Karl-Heinz Hofmann Trotz Corona-Pandemie feierte die Kirchengemeinde Kehlbach einen würdigen Gottesdienst zum goldenen Priesterjubiläum von Reinhard Stauch in seiner Heimatkirche St. Marien. Der Jubilar ist 1943 in Kehlbach geboren und ging in seinem Geburtsort in die Volksschule. In seiner Klasse waren noch vier Mädchen, die das 50. Priesterjubiläum ihres ehemaligen Schulkameraden zu einem Klassentreffen organisierten.

Die Freude dieses Wiedersehens war groß. Obwohl der Jubilar immer wieder betonte, dass es nicht um seine Person gehe, sondern darum, dass man sich 71 Jahre nach der Schuleinführung als Klassenkameraden nochmals gesund treffen könne. Das sei ein Grund zur Feier, meinte er und zelebrierte den Gottesdienst selbst.

"Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben" (Johannes 15,5) - unter dieses Motto stellte der Jubilar seine Predigt. Am Lebensweg der heiligen Birgitta (1303 bis 1373) machte er deutlich, dass sie ein gutes Beispiel für eine emanzipierte Frau schon in der Epoche des 14. Jahrhunderts gewesen sei, weil es ihr an Selbständigkeit und Frausein nicht fehlte. In der gemeinsamen Schulzeit Ende der 1940er und Anfang der 1950er Jahre sei von Emanzipation keine Rede gewesen. Er richtete ein Kompliment an die vier ehemaligen Kameradinnen: "Ihr seid wirklich gestandene Frauen geworden". Auf den Lebensweg der heiligen Birgitta zurückkommend, meinte der Priester: "Auch ihr habt in all den Jahrzehnten in so mancher Lebensphase tiefe und schwere Zeiten erleben müssen, die ihr durchgestanden habt. In alledem wünsche ich euch, dass ihr dankbar seid und auch die Handschrift Gottes erkennt."

Priester ein Leben lang

Dabei verwies er auf eine Erinnerungstafel an die heilige Birgitta, in der eingraviert ist: Herr, weise du mir den Weg und mache du mich willig, diesen Weg zu gehen. "Priester ist ein Zustand", sagte er und betonte, dass dieser ein Leben lang anhält. Er ist und bleibe Verkünder und Botschafter des Glaubens.

Pfarrgemeinderatsvorsitzende Marion Büttner gratulierte dem Jubilar im Namen der Kirchenverwaltung und Kirchengemeinde Kehlbach sowie seiner vier ehemaligen Schulkameradinnen und dankte dem Geistlichen für seine heute noch große Treue zu seinem Heimatort Kehlbach, in dem er viel Gutes bewirke.

Für das Engagement in seiner Heimatgemeinde dankte auch Bürgermeister Thomas Löffler dem Gold-Jubilar. "Das Wort Gottes und die Liebe zu den Menschen hast du mit deiner freundlichen und stets sehr aufgeschlossenen Art in den vergangenen fünf Jahrzehnten zu den Menschen getragen." Löffler erwähnte auch, dass Reinhard Stauch den Altar in der Marienkirche Kehlbach restaurieren ließ und auf seine Initiative hin die Wegekapelle zwischen Steinbach am Wald und Windheim saniert wurde.

Vielfältig im Einsatz

Ein Bildstock in der Nähe des Gotteshauses trage die Inschrift: "Da hüpft das Kind im Schoße. Dies ist mein geliebter Sohn, ihn sollt ihr hören". Diesen Bildstock hat Stauch zum 25-jährigen Priesterjubiläum setzen lassen. Seither hat er weitere 25 Jahre im Weinberg des Herrn segensreich gewirkt, und der Bürgermeister wünschte ihm, weitere viele Jahre gesund seiner priesterlichen Berufung nachgehen zu können.

Der heutige Erzbischöfliche Geistliche Rat Stauch war nach seiner Konsekration mit Primizfeier am 5. Juli 1970 in mehreren Pfarreien in Oberfranken als Seelsorger eingesetzt. Seit Oktober 1986 ist er als Priester und Seelsorger im Krankenhaus Hohe Warte und im Bezirkskrankenhaus Bayreuth tätig. Über zehn Jahre war er auch parallel dazu in Diensten des Herrn bei den Studierenden in der Hochschulgemeinde. Die Mühe um die Kranken hatten für ihn stets Priorität, ebenso die geistige Vertiefung der christlichen Religion.

Dieses Engagement hat ihn bis heute nicht losgelassen. Obwohl er offiziell seit 2017 im Ruhestand wäre, macht er weiter und freut sich auf die Begegnungen mit Menschen. In seinen Schlussworten erinnerte er an eine Szene, als ihn seine Mutter als 13-Jährigen nach Bamberg ins Internat brachte und Tränen weinte, als sie ihn dort lassen musste. Es habe sich aber doch gelohnt.

Die kleine Kirchengemeinde Kehlbach hätte sicher gerne einen größeren festlichen Rahmen organisiert, doch die Corona-Pandemie machte dies unmöglich. Trotzdem stellte man eine schöne Messfeier, unter Einhaltung aller Hygiene- und Abstandsregeln, auf die Beine, die vom Gesangsduo Brigitte Büttner und Norbert Fehn und an der Orgel von Leo Fröba umrahmt wurde.