Wenn sich der Coburger Stadtrat zu einer Sondersitzung trifft, ist klar, es geht ans Eingemachte. Auf der Tagesordnung der außerordentlichen Sitzung am kommenden Donnerstag, 3. Dezember, 16 Uhr, im Kongresshaus steht hauptsächlich die Generalsanierung des Landestheaters.

Zunächst wird der kaufmännische Direktor des Landestheaters, Fritz Frömming, einen Überblick über die Chronologie geben. Anschließend wird Felix Kanbach vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst die Haltung der Staatsregierung erläutern. Jürgen König vom Staatlichen Bauamt Bamberg übernimmt die baufachliche Erläuterung zum Flächenbedarf und zum Kostenrahmen. Das weitere Vorgehen wird dann Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) mit dem Stadtrat diskutieren, ehe Fritz Frömming den Bericht für das zweite Halbjahr erstatten wird.

Eigentümer des Landestheaters sei der Freistaat und damit der "Handelnde, was die Generalsanierung angeht", erklärt Stadt-Pressesprecher Louay Yassin zum Hintergrund der Sondersitzung. Die Stadt Coburg steuere nur einen Teil des Geldes für die Generalsanierung bei. "Wir wollen nun vom Freistaat wissen, was Sache ist", sagt Yassin. Dazu wurde ein Referent aus München eingeladen, der mit dem Coburger Landestheater betraut ist. Er soll dem Stadtrat Rede und Antwort stehen und unter anderem darüber berichten, welchen Zeitablauf man sich in München vorstellt.

Corona-bedingt sei der Besuch in Coburg nicht ganz so einfach zu organisieren, wie Louay Yassin betont. "Wir haben darauf hingewiesen, dass wir einen Referenten aus Fleisch und Blut haben wollen, damit die Stadträte Fragen stellen können, aber wenn wir Pech haben, wird es nur eine Videoübertragung."

Von dem Gast aus München erwarte man sich Aufklärung, darüber, wie es zeitlich weitergehen soll und vor allem, was die Generalsanierung kosten wird. "Wir haben zwar grobe Zahlen aufgestellt, aber die Planung macht letztlich der Freistaat." Verlässliche Zahlen könnten daher auch nur von dort kommen.

Angesichts der vielen großen Projekte und Ausgaben, die die Stadt im nächsten Jahrzehnt vor sich habe, wie das Globe und das Klinikum, müsse man auch darüber nachdenken, was bei einer ungeplanten Kostensteigerung zu tun wäre. Coburg habe nicht endlos Geld zur Verfügung. "Es kann auch zu viel für Coburg werden, das muss diskutiert werden", so Yassin. Deshalb solle der Freistaat "Tacheles" reden und Zahlen vorlegen.