Die Kanalisation in Weißenohe muss saniert werden. Zwei Millionen Euro wird das kosten. Über Gebühren und Beiträge wird das finanziert werden. Der Abwasserpreis von 4,95 Euro wird dann nochmals um zwei Drittel steigen.
Das Kanalnetz in Weißenohe muss saniert werden, daran geht kein Weg vorbei. Schon vor einigen Monaten wurden die Rohre mit der Kamera befahren. Zwölf Kilometer, außer drei Abschnitte, die zu marode waren. Jeder Hausanschluss wurde betrachtet, jeder Schaden gesichtet und überlegt, wie saniert werden kann, informierte Bernd Müller vom Sachverständigenbüro Schneeberg und Kraus.
Die 47 000 Euro für die Kanalbefahrung wurde bereits bezahlt, einen Zuschuss von 11 890 Euro erhält die Gemeinde, wie aus der Kalkulation der Abwassergebühren hervorgeht. Dass die Kosten aufgrund der Sanierung erhöht werden, steht außer Frage. Doch wie, das wird die Art und Weise der Sanierung ergeben.


Partielle Sanierung

Eine partielle Sanierung in Form von einer sogenannten "Inliner-Sanierung" wird über Gebühren finanziert. Andere Reparaturen werden über Beiträge finanziert werden müssen. Der Unterschied dabei: Bei den Gebühren sind alle betroffen, bei den Beiträgen werden nur die Grundstückseigentümer belastet.
"Wie brisant sind die Schäden, welche Kosten verursacht es und macht es Sinn, partiell zu sanieren oder gesamt?", nannte Müller die Fragen, die den Sanierungslösungen zugrunde liegen.
Das gesamte Kanalnetz wurde deshalb in Abschnitte unterteilt, wobei ein Abschnitt mehrere Haltungen haben kann. Eine Haltung geht von einem Schacht zum nächsten. Jede einzelne Haltung wurde bewertet und die Sanierungskosten dazu errechnet und in eine Prioritätenliste eingeteilt.
Dringlich saniert werden müsse, wo Grundwasser in den Kanal laufe oder Abwasser heraus. In Summe belaufen die dringlichen Maßnahmen auf zwei Millionen Euro, die darin enthaltenen vordringlichen Maßnahmen auf knapp 900 000 Euro.


Prioritätenliste ist lang

Der Schwerpunkt der Sanierung liegt wohl in der Dorfhauser Straße. 356 000 Euro sind für die Sanierung dort ausgerechnet worden. Auch im Kanal in der Sonnenleithe sind enorme Risse sichtbar. Der Kanal in der Hüttenbacher Straße wurde ebenfalls als dringlich eingestuft und mit 144 000 Euro berechnet und die Sollenberger Straße fällt mit 81 000 Euro ebenfalls in die vordere Reihe der Prioritätenliste.
Manche Haltungen sind in offener Bauweise kalkuliert worden, die Straße muss geöffnet werden, damit der Schaden behoben werden kann.
"Wenn das Rohr statisch stabil ist, eignet sich das zur Inliner-Sanierung", erklärt Müller diese. Bei der Inliner-Sanierung wird ein Schlauch eingezogen, mit Hochdruck aufgeblasen und mit UV Licht ausgehärtet.
"Der geringe Querschnittverlust wird über die glatte Außenhaut mehr als kompensiert", beantwortete Müller Carmen Stumpfs (FWG) Frage, ob der Durchfluss beim Inliner-Verfahren zu klein werde.
Die Inliner-Sanierung könne über Gebühren finanziert werden, die Reparaturen über Beiträge. Vor der Sanierung gilt es noch andere Überlegungen zu setzen. "Wo sind schon Straßenbaumaßnahmen geplant? Wo werden Trinkwasserleitungen gezogen und in welchem Zeitraum will man Geld in die Hand nehmen, um Sanierungsmaßnahmen anzugehen?", nennt Müller diese Überlegungen. Und die Gemeinde müsse prüfen, ob Fördermittel beantragt werden können.