Schon vor über zehn Jahren wurde in Wattendorf der Ruf nach einer Erneuerung der Ortsdurchfahrt laut. Doch das für die Staatsstraße 2210 (die von Buttenheim über Litzendorf, Scheßlitz und Wattendorf nach Arnstein im Kreis Lichtenfels) führt, zuständige Staatliche Bauamt sah aufgrund des geringen Verkehrsaufkommens darin keine Priorität.

Die Gemeinde Wattendorf legte den Wunsch dann 2012 selbst vorübergehend auf Eis, wie Bürgermeister Thomas Betz erklärt. Geplant wurde damals ein Nahwärmenetz, das dann - in kleinerer Version fertiggestellt wurde. Seitdem, zuletzt in diesem Frühjahr, hieß es vom Staatlichen Bauamt in Sachen Wattendorfer Ortsdurchfahrt immer "nicht in den nächsten zwei Jahren", so Betz.

Im Sommer ging es aber alles ganz schnell. Anfang Juni habe das Bauamt der Gemeinde mitgeteilt, dass die Sanierung nun möglich wäre, weil eine andere Baumaßnahme ausgefallen sei. Das Vorhaben müsse aber noch in diesem Jahr über die Bühne gehen. Der Gemeinderat stimmte zu - und nun soll es also bereits im Oktober losgehen mit der Großbaustelle. "Wir haben nicht damit gerechnet, dass es so schnell geht", sagt Betz. Vermutlich sei aber auch der Einsatz des Landtagsabgeordneten Holger Dremel hilfreich gewesen.

Zunächst war sogar geplant, bereits Ende September loszulegen. Doch in Gesprächen mit der Baufirma habe man sich darauf verständigt, das Vorhaben in zwei Bauabschnitte aufzuteilen. Der erste Abschnitt, von der Abzweigung nach Gräfenhäusling bis zum östlichen Ortsende wird nun im Oktober in Angriff genommen. Der zweite Abschnitt, von der Abzweigung bis zum westlichen Ortsende soll im kommenden Frühjahr folgen.

Der Gemeinde komme das entgegen, sagt Betz. Denn für die Sanierung ist eine Vollsperrung nötig. Und damit wäre die Kreisstraße BA 28 über Gräfenhäusling zur Autobahn bei Roßdorf am Berg als wichtige Anbindung die gesamte Bauzeit über ausgefallen. Diese Strecke werde auch von vielen Schwerlastern vom und zum Steinbruch genutzt.

Die Kieslaster machen in Wattendorf einen Großteil des Schwerverkehrs aus, unter dem die Straße in den letzten Jahrzehnten sichtbar gelitten hat. Die Strecke werde allerdings auch von vielen Mautflüchtlingen genutzt, die hier eine Abkürzung von der A 70 zur A 73 bei Bad Staffelstein suchten.

Da nur die Fahrbahn saniert werden soll, der vorhandene Gehweg aber nach Möglichkeit erhalten bleibt, trägt der Staat über das Bauamt die Kosten der Sanierung. Wattendorf muss lediglich für die Sanierung der Schachtdeckel der Kanalisation aufkommen, die ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen sind. "Die Gemeinde ist nicht mit einer Kostenportion dabei, die für uns bedenklich wäre", meint der Bürgermeister. Wattendorf will aber die Gelegenheit nutzen, um zusammen mit Bayernwerk die noch nicht vollständige Erdverkabelung voranzubringen. Zudem will die Gemeinde in Eigenregie Leerrohre für künftige Glasfaser-Anschlüsse unter der Straße verlegen.