Umgekehrte Vorzeichen: Weil ihnen in der Februar-Sitzung ein Irrtum unterlaufen war, mussten die Langelsendelbacher Gemeinderäte noch einmal über die Änderung des Flächennutzungs- und Landschaftsplans im Bereich Igelsdorfer Weg abstimmen. Sie nahmen ihren Beschluss vom 16. Februar einstimmig zurück.
Auf einer landwirtschaftlich genutzten, etwa 5000 Quadratmeter großen Fläche war damals per Gemeinderatsbeschluss Wohnbebauung vorgesehen worden, um dem wachsenden Bedarf an Wohnraum gerecht zu werden. Der Grund für die Rücknahme dieser Entscheidung: Man hatte schlichtweg übersehen, dass der entsprechende Bereich im Wasserschutzgebiet liegt.


Kritik an Formulierung

Eine im Widerruf enthaltene Formulierung stieß nicht auf ungeteilte Zustimmung, wurde letztlich aber dennoch nicht gestrichen: "Da die Wasserschutzgebietsverordnung derzeit neu bearbeitet wird, weist die Gemeinde jetzt schon darauf hin, dass das Wasserschutzgebiet in Richtung Baiersdorf mit Sicherheit verkleinert wird." Dieser Satz höre sich an, als werde die denkbare Verkleinerung "präventiv befürwortet", meinte Simon Berninger. Stattdessen gelte es, vom Ist-Zustand auszugehen und das Wasserschutzgebiet in seinen jetzigen Grenzen zu belassen.
Einstimmig billigten die Gemeinderäte die Umnutzung einer Gartenbauhalle an der Hauptstraße 38 zum Bauhof samt Anbau einer Holzwerkstatt.


Was passiert mit der Schule?

Längere Diskussionen gab es wieder einmal um die Mittelschule. Laut Bürgermeister Oswald Siebenhaar geht es hier um eine Angelegenheit "enormer Tragweite, die wohldurchdacht sein muss". Demnach soll die Einrichtung an den Schulverband mit den Mitgliedsgemeinden Langensendelbach, Poxdorf und Effeltrich zurückübertragen werden.
Dies, so der Bürgermeister, würde einerseits den Wegfall der Umlage von 80 000 Euro pro Jahr, andererseits aber erhebliche Kosten durch die geplante 6,7 Millionen Euro teure Sanierung bedeuten. "Zins und Tilgung würden den Haushalt des Schulverbands belasten und wieder zu einer höheren Umlage pro Schüler führen", heißt es in einer Verwaltungsvorlage. Die Gemeinde wäre dann zwar eine der Eigentümerinnen der Schule, wäre aber auch 25 Jahre lang gebunden, ohne jetzt schon absehen zu können, wie sich die Kinderzahlen in Zukunft entwickeln.
In einem ausführlichen Statement ging Siebenhaar auf die Vor- und Nachteile der zu erwartenden Neuerung ein. Er führte unter anderem ins Feld, dass die Schule einen sehr guten Ruf genieße und durch die energetische Sanierung zusätzlich aufgewertet werde.
Norbert Händel monierte, die vorliegenden Berechnungen seien nicht klar genug, um eine Einschätzung treffen zu können. Er komme sich vor "wie beim Kaffeesatzlesen". Siebenhaar gestand ein, dass die Zahlen "sehr vage" gehalten seien, doch meinte er auch: "Da wir weiter am Standort interessiert sind, gibt es keine üppigen Alternativen." Am 24. April habe die Gemeinde einen Termin mit Juristen der Regierung von Oberfranken in Bayreuth, machte Siebenhaar Hoffnung auf eine baldige Klärung. "Tun wir alles dafür, um den Standort zu erhalten, aber es muss dabei fair und gerecht zugehen", gab ihm Hans Knetzger mit auf den Weg.


Radweg ein großer Wunsch

Nach der Bildungsdebatte ohne Beschluss stand der Ausbau des Radwegs zwischen Langensendelbach und Effeltrich entlang der Staatsstraße 2242 auf der Tagesordnung. Eng, kurvenreich, unübersichtlich und gefährlich sei diese Straße. Eltern erlaubten ihren Kindern nicht, den Schulweg dort mit dem Fahrrad zurückzulegen. Die Verkehrsbelastung sei mit 3400 Autos und 120 Lastern täglich extrem hoch. Mit dem Radweg, so betonte Siebenhaar, würde man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, da auch eine Verbreiterung der Straße auf sechs bis sechseinhalb Meter vorgesehen sei, die viele Bürger schon längst forderten.
Allerdings, so der Bürgermeister, sei die Kommune für Staatsstraßen nicht zuständig. Auch könnten sich Probleme aus dem notwendigen Ankauf angrenzender Grundstücke ergeben, falls Anlieger nicht bereit sein diese herzugeben.


Haushalt steht

Zuletzt wurde der von der Kämmerei erstellte Haushaltsentwurf 2016 vorgestellt, über den aber erst bei der nächsten Sitzung abgestimmt werden soll. Demnach hat der Verwaltungshaushalt ein Volumen von rund 5,1 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt schließt bei knapp 2,5 Millionen.
Schwerpunkte bei den geplanten Baumaßnahmen sind der Brandschutz in der Grundschule, die Kinderkrippe Heilige Familie in Bräuningshof, die Neugestaltung des Feuerwehrumfeldes, die Sanierung des Kanalnetzes, die Verbesserung der Breitbandversorgung, der neue Bauhof und im Bereich der Wasserversorgung die Steuerung zum Hochbehälter.