von unserer Mitarbeiterin 
Katharina Müller-Sanke

Thurnau — "Die Wasserversorgung in der Region ist gesichert - unser Wasser hat eine gute Qualität". Das war das positive Fazit, das Manfred Löbl von der Regierung von Oberfranken am Freitag beim Wasserforum Oberfranken im Thurnauer Schloss zog. Experten aus dem Bereich Wasserwirtschaft warfen mit ihren Referaten einen Blick auf die derzeitige Situation und in die Zukunft und stellten Handlungsansätze vor.
Aber nicht alle teilten die rein positive Sicht. Hans Hümmer, Geschäftsführer des Zweckverbands Juragruppe, zeigte auf, welche Folgen die sinkenden Bevölkerungszahlen auf das Leitungsnetz hätten. "Weniger Menschen müssen das Netz unterhalten und für Investitionen geradestehen, dazu kommt die Verkeimung", sagte er. Wenn eine Leitung weniger Wasserdurchfluss habe, werde sie weniger durchspült. Keime könnten sich leichter vermehren.

Die Abnahmezahlen

Ganz von der Hand zu weisen sind diese Bedenken natürlich nicht, bestätigte Benno Strehler, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Hof. Lösungen könnten die von Hümmer aufgezeigten Stilllegungen einzelner Leitungen sein oder auch Spülungen, beides verursache jedoch Kosten. Viele Landkreise beklagten zwar einen geringeren Wasserverbrauch und damit auch einen niedrigeren Durchfluss (Beispiel Kulmbach: Der Bedarf an Wasser wird zwischen 2010 und 2025 voraussichtlich von 5,7 auf 4,9 Millionen Kubikmeter pro Jahr sinken), doch längst nicht überall seien die sinkenden Abnahmezahlen ein Problem. Deutlich mache dies auch der Vergleich der Zahl von Einwohnern pro Leitungskilometer: Im Landkreis Bayreuth werden demnach pro Leitungskilometer 189 Menschen versorgt. In Kulmbach sind es 99, in Kronach 80. Wenn es Reparaturen am Leitungsnetz gibt oder andere Investitionen, so könne es für die Bewohner in Landstrichen mit geringerer Bevölkerungsdichte schnell teuer werden. "Regional gibt es sehr große Unterschiede", sagte Strehler.

Das Beispiel Wunsiedel

"Man muss jede Gemeinde einzeln betrachten", führte Hans Hemmerlein an, Leiter des Wasserwirtschaftsamts Kronach, der auch für Kulmbach zuständig ist. Die Voraussetzungen seien verschieden. Wunsiedel habe hervorragende Versorgungssicherheit. "Die extrem sinkende Bevölkerungszahl sorgt aber für einen Wehrmutstropfen. Forchheim dagegen, mit einem hohen Eigengewinnungsanteil und einem geringen Vernetzungsgrad, hat eine weitaus schlechtere Versorgungssicherheit. Über die Hälfte der Wasserversorgungsanlagen kann nur eine eingeschränkte Versorgungssicherheit garantieren."
Mehrere Maßnahmen werden von den Ämtern empfohlen: Verbundlösungen zu forcieren und die interkommunale Zusammenarbeit zu stärken, eine Beibehaltung der Trinkwassertalsperre Mauthaus und die Überprüfung und gegebenenfalls Ausweisung von Schutzgebieten. Die Themen Sicherheit und Qualität seien wichtig. Spritzmittelreste, aber auch Abfälle aus der Medizin gelangten immer wieder ins Grundwasser. Für Oberfranken könne Entwarnung gegeben werden: Das Landesamt für Umwelt betont, die Qualität sei gut. Es gebe keine bedrohlichen Belastungen mit Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit.