von unserem Redaktionsmitglied 
anette Schreiber

Bischberg — Raimund Meister kümmert sich. Er ist seit einem Jahr Behindertenbeauftragter der Gemeinde und nimmt seinen Job ernst. Dass die Gemeinde einen Behindertenbeauftragten hat und dass Meister dieses Ehrenamt ausführt, sei noch relativ unbekannt, findet er. Deswegen geht er in die Offensive und wirbt offen für seine - kostenlosen - Dienste.
Um dafür Werbung zu machen, nutzte (FFB-) Gemeinderat Meister zunächst einmal das Forum, das ihm die Gemeinderatssitzung bot für einen ersten Tätigkeitsbericht.
6200 Einwohner leben in der Gemeinde Bischberg, 567 davon mit Behindertenausweis. Wobei aber nicht alle Menschen, die Anspruch darauf hätten, einen solchen Ausweis besitzen, wie Meister dazu ausführte.
In der von Erstem Bürgermeister Johann Pfister (BI) geleiteten Sitzung wurde deutlich, dass die Bemühungen des Behindertenbeauftragten große Wertschätzung erfahren und das Gremium dankbar ist, in ihm einen engagierten Interessenvertreter zu haben.
Meister zufolge, hängen die jeweiligen Einsatzgebiete eines Behindertenbeauftragten sehr stark auch mit der Gemeinde zusammen, in er tätig ist, "vieles ist auch von der Größe abhängig." Sein Vorgänger im Ehrenamt habe in sechs Jahren zwei Fälle gehabt, bilanzierte er. In seinem ersten habe er sich immerhin schon um einen kümmern dürfen und Hilfe vermitteln können. Behinderung kann jeden, jederzeit treffen, führte er aus. In seinem ersten Fall war eine junge Frau schwerhörig geworden und benötigte einen Behindertenausweis. Es gehe in diesem Ehrenamt wohl in der Hauptsache darum, die jeweils erforderliche Hilfe zu vermitteln beziehungsweise zu organisieren. Zumal bei den verschiedensten Behinderungen unterschiedlichste Ämter und Behörden zuständig seien. Über eine sehr engagierte Arbeitsgemeinschaft in Bamberg habe er die unterschiedlichsten Kontakte.
Gerne stehe er mit Rat und Tat zur Seite zur Verfügung. Nicht nur dem Behinderten selbst, sondern selbstverständlich auch dessen Angehörigen. Dies wie bereits erwähnt vollkommen kostenlos und zudem gelte der Grundsatz der Verschwiegenheit.
An die Gremiumsmitglieder gewandt, appellierte er bei der Bevölkerung auf die Hilfsmöglichkeiten aufmerksam zu machen, die er anbietet. Wichtig sei auch die Einbeziehung bei Bauvorhaben, damit hier Belange der Behinderten berücksichtigt werden. In dem Zusammenhang sprach Raimund Meister den Umbau der Ampelanlage an der B 26 (Aldi) an. Hier müsse auf einen barrierefreien Ausbau geachtet werden, forderte er schon jetzt. Seitens der Gemeinde bat Raimund Meister um Unterstützung, um auf der Gemeinde-Homepage bzw. auch über das Mitteilungsblatt auf seinen "Service" aufmerksam zu machen. Zudem regte er an, ob er nicht auch Sprechstunden im Rathaus anbieten dürfe.
"Alles kein Problem", signalisierte der Bürgermeister. Johann Pfister ließ überdies wissen, dass die Gemeindeverwaltung immer unbürokratisch zu helfen versuche, wenn sie angesprochen werde. Er verwies dabei an Hilfen zur "Überwindung" von Bordsteinen hin oder auf eine Mini-Rampen-Lösung an einer Turnhallen -Treppe. "Anliegen wurden schon immer unbürokratisch umgesetzt." Das Engagements Meisters würdigte das Gremium mit Applaus.

Ausbau der Ortsdurchfahrt

In weiteren Tagesordnungspunkten widmete sich der Gemeinderat dem Ausbau der Ortsdurchfahrt in Tütschengereuth, einer rund 1,6 Millionen Euro teueren Maßnahme gemeinsam mit Dorferneuerung und Straßenbauamt. Als Bauherr fungiere der Einfachheit halber die Gemeinde. Einstimmig wurde der Auftrag vergeben, damit die Arbeiten zeitnah erfolgen können. Bereinigt werden sollen die Grenzen nach den Baumaßnahmen im Holnsteinweg im Zuge einer einfachen Umlegung, was den Grundstücksbesitzern etwa Gebühren für Notar, Grundbuch und Vermessung. Das Gremium sieht das ebenso und stimmte zu, wobei der Wert für den getauschten Quadratmeter bei 167 Euro liegt.
Weil zeitlich eine Verlängerung ansteht und die Gemeinde die Einrichtung insgesamt als positiv empfindet, hat das Gremium keine Einwände, die interkommunale Zusammenarbeit mit den Partnern Bamberg, Hallstadt und Hirschaid fortzusetzen. Bei diesem geförderten Pilotprojekt geht es um ein interkommunales Entwicklungskonzept, bei dem sich die Partner absprechen. Ohne dies wäre die Entwicklung im Trosdoerfer Gewerbegebiet so nicht zustande gekommen, zeigte sich Pfister überzeugt.
Wie bisher und wie gewohnt sind die Richtlinien für die Ehrung von Gemeindebürgern ein heißes Eisen. Vor nicht allzu langer Zeit wurden sie so geändert, dass die Hürden höher sind. Nun wurde diese weiter konkretisiert: Im Bereich Vereinsfunktionär muss man mindestens Erster Vorsitzender oder mindestens 20 Jahre leitender Funktionär (Zweiter Vorsitzender, Dritter Vorsitzender, Kassier oder Schriftführer gewesen sein.