Bernhard Panzer Mit 12,6 Millionen Euro sind die Gesamtkosten für den Neubau des Pfarrzentrums St.Josef schon erheblich, wie es Bürgermeister German Hacker (SPD) in der Sitzung des Herzogenauracher Stadtrates am Donnerstagabend feststellte. Vor allem der Anteil des Kindergartens mit zehn Millionen Euro sei nennenswert und etwa anderthalb Millionen Euro teurer als der Bau einer neuen siegengruppigen Kita an anderer Stelle, auf der grünen Wiese. Das sei auch dem Standort geschuldet, der ein drittes Stockwerk verursache. Aber dieser höhere Preis ist für Hacker nötig und richtig, um dem Zentrum Niederndorfs diese wichtige städtebauliche Aufwertung zu geben.

Der Bürgermeister hatte in Vertretung des Architekten, der sich krankheitsbedingt entschuldigen ließ, einen Blick auf das Vorhaben und die Zusammenstellung der Kosten geworfen. Hacker freute sich darauf, in etwa drei Jahren dort nicht nur eine tolle neue Kindertagesstätte zu haben, sondern auch ein modernes Pfarrzentrum in der lebendigen Mitte von Niederndorf.

Drebingers aufgeregte Rede

Es freute sich aber noch einer aus dem Gremium, und der warf einen Blick zurück auf viele aufregenden Zeiten: Walter Drebinger. Die Aufregung sei groß gewesen, sagte er, und zwar für alle, die einst mit viel Herzblut Stein für Stein in Eigenleistung diese Gebäude errichtet haben. Und auch jetzt in der Neuzeit gab Aufregung, weil das Geschaffene so einfach abgerissen werden sollte, erinnerte der CSU-Fraktionsvorsitzende an die Diskussionen und stellte fest: "Ich kann da die Niederndorfer durchaus verstehen". Aber sei es nicht auch positiv aufregend, wenn dafür etwas Neues entsteht?

Drebinger freute sich, dass es ein modernes, barrierefreies Gebäude werden soll. Auch das sei aufregend. Das neue Gebäude ersetzt laut Drebinger in Gestaltung und Ansicht fast eins zu eins das alte Pfarrzentrum. Das sei für seine Fraktion das Wichtigste. So werde das Ensemble St.Josef weiterhin ortsbildprägend sein.

Dem alten Gebäude sehe man seinen desolaten Zustand äußerlich kaum an, sagte Drebinger weiter. Im Inneren sei es nicht nur der bauliche Zustand, sondern auch die gesamte Raumaufteilung, die wenig Möglichkeiten für eine gute Weiternutzung zulasse. Deswegen brauche man den Neubau. Es werde ein Neubau, in den wieder Leben einziehen wird, meinte der Stadtrat. Es gebe neue Räume für eine aktive Pfarrgemeinde und für die Kindergartenkinder. Der gesamte Bereich werde wieder reaktiviert

Natürlich seien die geschätzten 12,6 Millionen Euro kein Schnäppchen, stellte auch der CSU-Politiker fest. Man baue hier ja, genauso wie das neue Rathaus, nicht auf der grünen Wiese, sondern mitten im Ortskern. "Das kostet natürlich mehr als an anderer Stelle", sagte der Redner. Wenn man sich aber ansehe, wieviel Mehrwert die Niederndorfer dafür bekommen, sei dort jeder Cent gut investiert. Auch er freue sich schon auf das neue Gebäude mit seinen Annehmlichkeiten: "Ich bin schon ganz aufgeregt!"

Auch Claudia Belzer (SPD) freute sich über einen "modernen und geschmackvollen Neubau" und räumte ein, anfangs skeptisch gewesen zu sein, weil das alte Pfarrzentrum ihr am Herzen lag. Sie würde sich wünschen, bei der Ausgestaltung die Bürger mit einzubeziehen. Retta Müller-Schimmel drückte die Freude der Grünen aus und stellte nach Drebingers Worten fest: "Dieser Rede kann man wirklich nichts hinzufügen."