von unserer Mitarbeiterin 
Katharina Müller-Sanke

Heubsch — 1945 kam Alfred Frankenberger aus dem Zweiten Weltkrieg zurück. In Italien war er verwundet worden und in Kriegsgefangenschaft geraten. Im Juli 1945 kam er endlich zu Hause in Heubsch an. Der Tag seiner Rückkehr sollte sein Leben verändern, nicht nur, weil der Krieg zu Ende war, sondern, weil er an diesem Tag die Liebe seines Lebens treffen sollte.
Auf dem Weg zu seinem Elternhaus begegnete er auf dem Anwesen Schmudlach der jungen Lucy. Sie war aus ihrer oberschlesischen Heimat geflohen - wie so viele in dieser Zeit - und in Heubsch untergekommen. Die beiden verliebten sich sofort. 16 und 18 Jahre waren sie da alt - fünf Jahre später läuteten die Hochzeitsglocken, und es begann ein langes und glückliches gemeinsames Leben.
Die Zeit der Vertreibung und des Krieges konnten beide schnell hinter sich lassen. Mit Dietmar und Berthold stellten sich bald auch zwei Söhne ein, die das Glück perfekt machten. Heute - 65 Jahre nach der Hochzeit und 70 Jahre nach der ersten Begegnung- dürfen Lucy und Alfred Frankenberger immer noch zusammen sein. Umgeben von den Söhnen, Schwiegertochter, Enkeltochter und einem Ur-Enkel. Heute leben vier Generationen unter einem Dach.
Die Frankenbergers sind begeistert von dieser großen Gemeinschaft. "Das gute Verhältnis hier im Haus, dass alle gut miteinander auskommen, das ist schon was wert", betont Lucy Frankenberger. Sie erinnert sich am Tag der Eisernen Hochzeit gerne an die 65 Jahre zurück und auch an den Tag ihrer Hochzeit, den man im ganz kleinen Kreis feierte hatten. Die Fotos von damals zeigen ein glückliches Paar, eine wunderschöne Braut mit langem weißen Kleid. "Das haben wir extra von der Schneiderin anfertigen lassen", erzählt sie. In der Hand hält sie einen großen Strauß weißer Chrysanthemen. Direkt nach der Hochzeit ging es in die Flitterwochen. Eine Woche Nürnberg - mit dem Zug - auch das werden die Eheleute nie vergessen. In den letzten 65 Jahren haben sie Freud und Leid geteilt, sind gerne verreist oder auch zum Tanzen gegangen. "Meistens beim Düll in Kasendorf", erinnert sich Alfred Frankenberger. Die beiden sind glücklich. Nur jetzt, wo so viele Flüchtlingen nach Deutschland kommen, erinnert sich Lucy oft daran, wie sie als junges Mädchen nach Heubsch kam und auch daran, welch schönes Leben hier begonnen hat.