Einträchtig nebeneinander im Wahlkampfjahr: Der Memmelsdorfer Faschingszug wurde diesmal von Bürgermeister Helmut Dietz und Gemeinderat Jürgen Fromm (beide SPD) sowie von CSU-Kreis- und Gemeinderätin Birgit Finzel angeführt.

Mitglieder des SPD-Ortsvereins hatten sich "Helmut-Dietz-Bürgermeistergesichter" aufgesetzt, um für ihren Kandidaten zu werben, damit er weitere sechs Jahre regieren kann. "In Merzbach bleibt das Rathaus rot, ihr sollt nicht wechseln ohne Not" oder auch: "Das schwarze Manna geht zu Ende, drum nehmt den Roten in die Hände", waren Aufforderungen an die Wähler.

Kapitänin und Schornsteinfegerin

Dem hielt der CSU-Ortsverband entgegen: "Wir haben das Ruder fest in der Hand." Mitgeführt wurde ein "Schiff, das sich Gemeinde nennt" und auf dem künftig Sandra Schramm als Kapitänin beziehungsweise als neue Bürgermeisterin das Ruder in Händen halten soll. Die CSU-Ortsvorsitzende Birgit Finzel sah sich als Glücksbringerin für die Kandidatin, weshalb sie den Zug im Schornsteinfeger-Outfit begleitete.

Die Memmelsdorfer Feuerwehr beklagte sich indessen über ein fehlendes Fahrzeug: "Fahrzeugweihe an Fronleichnam entfällt, es wurd ka neus Auto bestellt!" Oder: "Ob die Gemeinde ihr Versprechen noch hält? Wurde bereits ein neues Auto bestellt?"

Die BRK-Bereitschaft warnte nicht vor dem Coronavirus, sondern machte auf ihren Einsatz beim 50. Jubiläum aufmerksam: "Achtung - BRK-Virus auf dem Vormarsch" oder "Wir fiebern fürs Miteinander im Ort, denn Geselligkeit ist für uns kein Fremdwort. Vom Helfervirus infiziert, haben sich bei unserem Jubiläum alle engagiert."

Sportler zweimal vertreten

Lust auf Sport hatten die VFL-Mitglieder aus Untermerzbach. Und die Fußballer des Sportvereins Memmelsdorf meinten warnend: "Schickt ihr eure Söhne zu anderen Vereinen, dürft ihr am Ende auch nicht weinen, wenn wir in der Tabelle hinten stehen und im Sportheim die Lichter ausgehen."

Weiter hieß es auf ihrem Wagen: "Jeder Zuschauer ist bei uns gern gesehen, auch wenn wir mal in Rückstand gehen, was zählt, ist die Geselligkeit, an Geld wird bei uns keiner reich." Außerdem versprachen sie: "Am Ende, ihr werdet sehen, werden wir ganz oben stehen."

Der Gesangverein Untermerzbach hofft auf ein Mitfahr-Bänkla, um in andere Orte zum Einkauf zu kommen, da die Gemeinde im Osten des Landkreises vom öffentlichen Personennahverkehr abgeschnitten sei.