Im Frühjahr steht in der Region eine kulinarische Attraktion an: die vierten Bierwochen der Fränkischen Schweiz. Dabei bieten Gastronomiebetriebe jeweils mindestens drei Gerichte an, in denen Bier verarbeitet wurde.

Dazu werden mindestens zwei regionale Biersorten zum Kennenlernen auf der Getränkekarte stehen. Das sind die einzigen Mitmachkriterien.

Angelehnt an das Konzept der "Scharfen Wochen" (Meerrettich) im Oktober wurden die ersten Bierwochen 2016 zum 500. Geburtstag des bayerischen Reinheitsgebotes gestartet. Als Region mit einer der größten Brauereidichten der Welt lebt die Fränkische Schweiz Braukultur in allen Facetten: mit Brauereiwanderungen, Brauereiführungen, rollenden Bierverkostungen in der Dampfbahn Fränkische Schweiz in Ebermannstadt und vielen "bierigen" Veranstaltungen. Der Zeitraum der kulinarischen Wochen wurde bewusst ausgewählt: Am 6. März beginnt die Fastenzeit, in der nach alter Klostertradition oftmals zu Bier als Nahrungsmittel gegriffen wurde.

Der 23. April dagegen ist der "Tag des Bieres", der offizielle Geburtstag des bayerischen Reinheitsgebots. Und dazwischen liegen die Bierwochen, mit denen außerdem der Versuch gestartet wird, die Saisonzeiten mit einem attraktiven Angebot für Gäste aus der Metropolregion Nürnberg zu erweitern. Die Urlauber- und Ausflugssaison dauert laut Pressemitteilung der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz derzeit regulär nur von Ostern bis Ende Oktober, je nach Wetterlage auch mal zwei Wochen länger. Das ist aber oft nicht genug für jene Gastronomen, die das ganze Jahr vom Tourismus leben müssen.

Die teilnehmenden Gaststätten legen sich bei den drei geforderten Gerichten ins Zeug. So gibt es unter anderem Bierkotelett, Biergulasch, Schweinebraten mit Schwarzbier- oder Braunbiersoße, Putenschnitzel im Bierteig oder beschwipstes Rumpsteak. Zum Nachtisch werden unter anderem Schwarzbier-Tiramisu oder Apfelstrudel mit Weißbier-Zabaglione (Schaumcreme) angeboten. Zwei lokale Biersorten begleiten die angebotenen Speisen. Eine Auswahl zu treffen fällt da schwer; immerhin gibt es 69 familiengeführte Brauereibetriebe, die rund 350 verschiedene Biere herstellen.

Das Thema Bier ist seit mehr als 20 Jahren ein Toptrend in der Fränkischen Schweiz. Auslöser war der Guinness-Buch-Eintrag der Gemeinde Aufseß, wonach es dort - gemessen an der Zahl der Einwohner (1500) - mit vier Brauereien die höchste Brauereidichte der Welt gibt, was im Guinness-Buch von 2001 nachzulesen ist.

Fast gleichzeitig entstand die Idee, die Mitgliedsgemeinden der Entwicklungsgesellschaft "Rund um die Neubürg" mit Themenwanderwegen zu verbinden. Deshalb verbanden die Aufseßer ihre Brauereien mit einem Wanderweg und schufen somit den ersten Brauereien-Wanderweg in der Region. Mittlerweile hat sich die Zahl der Brauereiwege auf acht erhöht; dazu kommen noch vier Brauereien-Radwege und sogar einige Mehrtageswandertouren von Brauerei zu Brauerei.

Der Aufseßer Brauereien-Rundweg wurde mittlerweile, was die Anzahl der Wanderer betrifft, vom Gräfenberger Fünf-Seidla-Steig überholt, der 2008 ins Leben gerufen wurde und mehr als 30 000 (geschätzte) Wanderer im Jahr zählt. Der "Sportlichste" unter den Brauereienwegen ist der 13-Brauereien-Weg, der auf 32 Kilometern zwischen Memmelsdorf, Litzendorf und Strullendorf verläuft.

Zusätzliche Informationen zu den Themen Braukultur, Bierwochen, Brauseminare und den teilnehmenden Gaststätten sowie das Infoblatt zur Aktion sind zu finden unter www.fraenkische-schweiz.com/bier. red