Sigismund von Dobschütz

Nach Auswertung aller Ergebnisse aus der Bedarfsanalyse, die Gemeindejugendarbeiterin Dajana Moraw (26) im Februar unter 680 Jugendlichen zwischen zwölf und 21 Jahren durchgeführt hat, stellte Gemeinderat Raphael Langer (CSU) als Jugendbeauftragter seinen Ratskollegen am Dienstag in der Sitzung die vier meistgewünschten Projekte vor. Abschließend beauftragte das Gremium die gelernte Erzieherin, diese vier Projekte in Abstimmung mit der Ortsjugend in Einzelheiten weiter auszuarbeiten, um möglichst schnell über deren Umsetzung im Rat entscheiden zu können.

Erwartungsgemäß lag der Wunsch nach freiem Wlan mit 105 der 163 abgegebenen Stimmen auf dem ersten Platz der Rangliste. Um in jedem Gemeindeteil einen Server zu installieren, soll bei den Jugendlichen nun abgefragt werden, an welchem Standort dieser nach ihrer Meinung am besten einzurichten wäre. Auf Platz zwei kam mit 91 Stimmen der Wunsch nach Rampen zum Befahren mit Skateboards oder Mountainbikes. Diese sollen im Staatsbad und in Steinach aufgebaut werden. Hier soll die Jugendarbeiterin in Erfahrung bringen, welche Rampen-Typen konkret gewünscht werden.

Ferienprogramm möglich?

Etwas zu spät erschien manchem Gemeinderat der von 82 Kindern geäußerte Wunsch nach einem Ferienprogramm für die in nur sieben Wochen beginnenden Sommerferien. Das Programm sollte bei vielleicht erneut verordneten Corona-Kontaktbeschränkungen notfalls auch digital durchgeführt werden können. Auch hier soll sich Moraw nach konkreten Wünschen erkundigen und mit den zu beteiligenden Vereinen, Organisationen oder Einrichtungen ein doch noch umsetzbares Programm ausarbeiten.

 

Liste aus Möglichkeiten

Der vierte Wunsch (65 Stimmen) galt gesonderten Kulturveranstaltungen für Kinder und Jugendliche in den Sparten Musik, Film, Tanz, Theater oder Kunst, auch dies möglichst in digitaler Alternative. Hier soll Dajana Moraw umgekehrt vorgehen: Zunächst soll sie die gegebenen Möglichkeiten in der Marktgemeinde erfragen, dann die Jugendlichen aus der Liste der Möglichkeiten bevorzugte Projekte wählen lassen.

Sobald die geforderten Konzepte in Zusammenarbeit mit der Ortsjugend ausgearbeitet sind, sollen diese, so wurde im Gremium nach kurzer Diskussion entschieden, möglichst kurzfristig dem Gemeinderat zur Prüfung und Entscheidung vorgestellt werden. Zwar wird auch die Gemeindeverwaltung in einzelnen Punkten befragt werden müssen, doch "nicht die Verwaltung soll bestimmen", vertrat Geschäftsleiter Thomas Beck seine Ansicht deutlich, "sondern die Jugend soll sagen, was sie will".