Die Gewerkschafter von Verdi wollen sich für die laufenden Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst langsam warm machen, wie der Erlanger Verdi-Vorsitzende Roland Hornauer mitteilt. Deshalb lädt die Gewerkschaft die Beschäftigten der Stadtverwaltung Erlangen und des Landratsamts Erlangen-Höchstadt zu einer gemeinsamen tarifpolitischen Mittagspause am Mittwoch, 13. April, um 12 Uhr am Tor zum Hof des städtischen Dienstgebäudes Schuhstraße 40 (früheres Polizeigebäude) ein. Ziel ist es, die Beschäftigten zeitnah über die Ergebnisse der Tarifverhandlungen am 11. und 12. April zu informieren. Fällt die Mittagspause in die Arbeitszeit, gilt laut Hornauer der Verdi-Aufruf als erster Warnstreikaufruf.
Verdi fordert in der Tarifrunde eine Einkommenserhöhung von sechs Prozent, die Ausbildungs- und Praktikantenvergütung soll um 100 Euro angehoben werden. Laut Hornauer wurde bislang nur intern mobilisiert. "Wir haben vor Ostern Informationen unter dem Motto ,Wir lassen uns keine faulen Eier in das Nest legen‘ verteilt, und in den letzten Tagen stand die Tarifrunde 2016 auf der Tagesordnung aller Personalversammlungen", so Hornauer wörtlich.
Ein ganz wichtiges Thema für die Beschäftigten ist laut Silvia Beyer, Vertrauensperson der Schwerbehinderten und aktive Verdi-Gewerkschafterin, "die Zusatzversorgung, unsere Betriebsrente, denn ohne diese droht für viele im Alter die Armut". Die Arbeitgeber hätten angekündigt, dass sie die Leistungen der Zusatzversorgung verschlechtern wollen.
Weitere Themen der Tarifverhandlungen sind die unbefristete Übernahme der Auszubildenden, 30 Tage Urlaub auch für Auszubildende und Praktikanten und der Ausschluss sachgrundloser Befristungen. "Wir engagieren uns, damit die Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst attraktiv bleiben. Eigentlich müssten wir bei den Arbeitgebern offene Türen vorfinden und keine sture Betonhaltung", so Werner Lutz von der Entwässerung der Stadt Erlangen.
Abschließend stellt Roland Hornauer klar: "Wenn die Arbeitgeber sich nicht bewegen, kommen ganz schnell ganztägige Warnstreiks mit der zwangsläufigen Schließung von Einrichtungen oder Dienstleistungsbereichen bei Stadt und Landkreis." red