Der Seniorennachmittag des VdK-Kreisverbandes Coburg am Kirchweihmontag im Weitramsdorfer Gemeindeteil Neundorf war ein wichtiger Wendepunkt für Susann Biedefeld. Sie war das erste Mal offiziell die Gastgeberin als neue Coburger VdK-Kreisvorsitzende, und sie war das letzte Mal als SPD-Landtagsabgeordnete zu Gast. Freilich versicherte sie, dass sie sich auch jenseits des Maximilianeums weiterhin engagiert für soziale Belange einsetzen wolle. Und da gebe es ja in Bayern und in Deutschland genug zu tun. "Bayern muss sozialer werden", war Biedefelds zentrale Forderung wenige Wochen vor der Landtagswahl. Handlungsbedarf sehe der VdK (Verband der Kriegs- und Wehrdienstsopfer, Behinderten und Rentner Deutschlands) bei der Armutsbekämpfung, der Umsetzung von Barrierefreiheit und der Entwicklung des ländlichen Raums.

Und da wurde es auch mitunter schon sehr konkret in Neundorf. Das war ja auch eine gute Gelegenheit bei so viel anwesender Lokal-, Bundes- und Landespolitik, mal Tacheles zu reden. Freilich ging es rhetorisch etwas gediegener zu als auf dem fast gleichzeitig stattfindenden Gillamos-Volksfest in Abensberg. Da erinnerte in Neundorf der VdK-Vorsitzende aus Gemünda, Franz Vollkommer, den Seßlacher Bürgermeister und CSU-Landtagskandidaten Martin Mittag daran, dass es in der auch gern von Touristen besuchten Kernstadt von Seßlach immer noch keine behindertenfreundliche Toilette gebe. Nun ja. Martin Mittag ist ja nicht nur Bürgermeister von Seßlach, sondern auch der Vorsitzende des VdK in Seßlach, außer Gemünda und Dietersdorf und einigen anderen Stadtteilen.

Sorge wegen Ärztemangels

Ein anderes Thema, das den Seniorennachmittag bewegte, war die unzureichende Ärzteversorgung auf dem Land. "Jede Woche muss eine Hausarztpraxis in Bayern schließen", sorgte sich Susann Biedefeld. Es müsse gleich gute Lebensverhältnisse in Stadt und Land geben. Landrat Michael Busch wies auf die Zusammenarbeit des Regiomed-Klinikverbundes mit der Universität in Split hin, was mittel- bis langfristig verbunden mit Stipendien die Ärzteversorgung im Coburger Land verbessern könnte.

Politiker sind sich einig

Angesichts der politischen Auseinandersetzungen im sächsischen Chemnitz waren sich die anwesenden Politiker der demokratischen Parteien darin einig, dass die freiheitlich-demokratische Grundordnung als hohes Gut verteidigt werden müsse. "Wir müssen miteinander für unsere Demokratie kämpfen", sagte der CSU-Bundestagsabgeordnete Hans Michelbach. Die politische Auseinandersetzung dürfe nie in Hass und Intoleranz ausarten, legte Landrat Busch nach. "Es gibt keine einfachen Lösungen", gab er zu bedenken.

Roland Sack, Bezirksgeschäftsführer des VdK-Oberfanken, freute sich, dass der Bezirksverband bald die Schallmauer von 90 000 Mitgliedern übersprungen haben werde. Weitere Grußworte sprachen der scheidende CSU-Landtagsabgeordnete Jürgen W. Heike, der Zweite Bürgermeister von Weitramsdorf, Werner Hanke, und Norbert May, Vorsitzender des VdK-Kreisverbandes Gotha. Für die musikalische Unterhaltung sorgte in bewährter Weise die Blaskapelle Neundorf. Unterstützung gab es von der Feuerwehr Neundorf sowie vom Team der Coburger VdK-Geschäftsstelle mit VdK-Kreisgeschäftsführer Thomas Steinlein an der Spitze. Martin Koch