Bernhard Panzer Die Herzo Werke befinden sich mitten in der Umstellung der Straßenbeleuchtung in der Stadt und ihren Ortsteilen auf LED-Technik. Coronabedingt haben sich die Arbeiten zwar verzögert, werden jetzt aber vorangetrieben. Bis Jahresende sollen 65 Prozent der Leuchten ausgewechselt sein, im ersten Quartal 2021 will man die Umrüstung abgeschlossen haben. In der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses informierten Dietmar Klenk (Herzo Werke) und Christian Bendler (Tiefbauamt) die Räte.

Die Gesamtkosten der Umstellung werden auf etwa 1,4 Millionen Euro beziffert. Das sind rund 91 000 Euro mehr als beabsichtigt. Grund sind die komplette Umrüstung auf das City-Touch-System und der Austausch auch der bisherigen nostalgischen Leuchten. "Die angebotene Leuchte vermittelt ebenfalls ein nostalgisches Flair und ist dem alten Modell optisch sehr ähnlich", heißt es hierzu in den Sitzungsunterlagen. Der Beschluss fiel einstimmig.

Das "alte schöne" Licht vermisste Bernhard Schwab von der CSU allerdings. Jetzt sei es deutlich heller, sagte der Stadtrat, dessen Straße bereits auf LED umgestellt wurde. Dass es deutlich heller geworden ist, hätten auch seine älteren Nachbarn bemerkt. Schwab: "Sie schimpfen, dass sie auch im Sommer ihre Rollos runterlassen müssen, weil es zu hell ist." Er fragte auch, wie das denn mit der Lichtverschmutzung und der Insektenfreundlichkeit bestellt sei.

Dietmar Klenk konnte ihn, und damit auch seine Nachbarn, beruhigen. Zum einen sei nachgewiesen, dass die LED-Lampen weniger Insekten anziehen. Und heller seien die Leuchten deshalb, weil sie noch eingestellt werden müssen. Bisher sei das mechanisch erfolgt, mit City Touch werde man aber die exakt richtige Lichtstärke finden. Die Frage der grünen Stadträtin Retta Müller-Schimmel, ob denn dann weniger Licht auch weniger Energie bedeute, konnte Klenk mit einem klaren Ja beantworten. Auch erklärte Klenk, dass weißes Licht gern als sehr hell empfunden werde. Aber: Je wärmer es werde, umso mehr Strom werde benötigt. Gelbes Licht sei ineffizienter.

Retta Müller-Schimmel wollte aber auch wissen, ob sich das dann so modern gesteuerte Licht, vielleicht durch einen Sensor, nach der Helligkeit der Nacht richte. Es gebe ja unterschiedlich helle Nächte. Da wiederum musste Klenk verneinen: "Das kann das System nicht." Es gebe eine Norm zur Umsetzung der Lichtstärke. Bürgermeister German Hacker (SPD) warf ein, dass die Definition von hellen Nächten schon hochgradig subjektiv sei.