Was für ein Auftakt des Münchauracher Klosterfrühlings mit dem "Musica-viva-chor Bamberg" unter der Leitung von Ingrid Kasper. Schwebende Klänge und eine mystische Stimmung erfüllten die Klosterkirche beim Konzert mit Werken, die sich unter dem Motto "Liebe ist stärker als der Tod" mit Texten aus dem Hohelied des Alten Testaments auseinandersetzten.
"Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn Liebe ist stark wie der Tod und Leidenschaft unwiderstehlich wie das Totenreich. Ihre Glut ist feurig und eine Flamme des Herrn, sodass auch viele Wasser die Liebe nicht auslöschen und Ströme sie nicht ertränken können", schickte Pfarrer Peter Söder dem Konzert voraus.


Unbekannte Chormusik erklingt

Der Chor ließ weniger bekannte Chormusik des 20. und 21. Jahrhunderts hören, ohne jedoch die Verbindung zur Tradition europäischer Chormusik aufzugeben. Die Akustik und Atmosphäre der Kirche taten ihr Übriges, um das Konzert zu einem Erlebnis werden zu lassen.
Dazu trug auch das Orgelspiel von Ingrid Kasper bei - die Chorleiterin ist nicht nur Dirigentin, sondern auch Kirchenmusikdirektorin. Klarheit und Transparenz des Gesangs, die Intonationsreinheit und subtile Durchzeichnung der Stimmen des 40-köpfigen Chores kamen in der Klosterkirche besonders gut zur Wirkung. Dies gelang dem Chor gleich mit dem ersten Werk, in "Northern Lights" des Norwegers Ola Gjeilo.


Die vorgetragenen Stücke

Singen mit Inspiration, Leidenschaft und Enthusiasmus: Das war bei den Renaissance-Motetten bis zu den Stücken ins 20. Jahrhundert hör- und spürbar.
Die vorgetragenen Stücke reichten von Renaissance-Motetten des Melchior Franck über Palestrina, Leonhard Lechner und romantischer Musik von Gabriel Rheinberger und Edward Grieg bis ins 20. Jahrhundert - etwa mit Chor und Orgel-Stücken von Marcel Dupré.
Mit Ivan Moddy und Milosz Bembinow waren auch Komponisten der Gegenwart vertreten. Der "Musica-viva-chor Bamberg" wurde 1988 von Fritz Braun gegründet und besteht aus etwa 40 Sängern. Hauptanliegen des Chores ist es, weniger bekannte Chormusik des 20. und 21. Jahrhunderts aufzuführen, ohne jedoch die Verbindung zur Tradition europäischer Chormusik aufzugeben, erläuterte Pfarrer Peter Söder.
Am 21. Mai ist in der Klosterkirche Christoph Heinlein mit "Cello in Concert - una fantasia..." mit Werken von Reger, Rodrigo, Gabrielli und Leistner-Mayer zu hören. Am 28. Mai kommt Hans Martin Werner in die Klosterkirche und ist mit virtuosem Pfeifen von Klassik bis Jazz zu hören. Dabei sind auch Thomas Fink am Flügel mit der Uraufführung "Spring Flowers" und Gerald Fink an der Orgel.