An fünf Stationen im Stadtgebiet traf sich der Stadtsteinacher Stadtrat bei seiner Ortsbegehung am Wochenende, um sich über aktuelle Baustellen und Problemstellen in der Stadt informieren zu lassen.

Aus den etwa 120 Hektar Kommunalwald kann die Stadt vorerst keinen Erlös erwarten, erläuterte der Bereichsleiter Forst am Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten, Michael Schmidt, den Stadträten. Trockenheit und Borkenkäfer haben auch im Stadtsteinacher Stadtwald ihre Spuren hinterlassen. Dies demonstrierte Schmidt anhand einer mittlerweile abgeholzten Fläche am Hang gegenüber dem Aufgang zur Grünbürg neben der Ortsverbindungsstraße nach Römersreuth.

Insgesamt 675 Festmeter, fast nur Fichte, sind in diesem Jahr im Stadtwald gefällt worden, fasste Schmidt zusammen. Die würden aufgrund des zurzeit niedrigen Holzpreises 10 683 Euro einbringen - die allerdings in die Wiederaufforstung (in diesem Jahr auf zwei Hektar) reinvestiert werden müssen, so dass für die Stadt trotz staatlicher Zuschüsse die Rechnung null zu null aufgehen dürfte.

Ohne die Jäger geht es nicht

Die Waldverjüngung sei allerdings ohne entsprechende Bejagung "schwierig", betonte Schmidt. Deshalb zeichne das Forstamt ab 2020 nicht nur "vorbildliche Waldbesitzer" aus, sondern nun auch Jäger, die sich in ihrem Revier um die Wiederherstellung des Waldes bemühen. In diesem Jahr sei dies Georg Geier, der sich mit Helfern und Mitbegehern im Revier um Stadtsteinach besonders engagiere. Der Auszeichnung vor Ort schloss sich auch Bürgermeister Roland Wolfrum für die Stadt an, der seinerseits dem "Jägermeister" für die Zusammenarbeit mit den Waldbesitzern dankte.

Ein Stadtpark oder Mehrgenerationenpark auf der städtischen Grünfläche zwischen Partheimühle und TSV-Gelände war in den vergangenen Jahren mehrfach Thema von Ortsbesichtigungen. Damit wird sich der Stadtrat auch in seiner Sitzung am Dienstagabend beschäftigen.

Mehr Fläche für den Stadtpark?

Mittlerweile werden die Pläne konkreter, die im Rahmen eines städtischen Sanierungskonzepts umgesetzt werden sollen. Die Stadt könne zur jetzigen Fläche noch ein kleines Wäldchen und einen Streifen mit hohen Bäumen dazu erwerben, teilte Bürgermeister Wolfrum mit. Zumindest gebe es bereits Gespräche mit den derzeitigen Grundstückseigentümern.

Vorgesehen sei auch ein Kinderspielplatz auf der Grünanlage, nachdem der Spielplatz neben der Jahnallee aufgelassen ist. Die ursprünglich angedachten Pläne, die derzeit vernachlässigten Sportanlagen öffentlich zugänglich machen und in die Grünanlage zu integrieren, werde man allerdings nicht umsetzen können.

Die Friedrich-Baur-Schule möchte diese Anlage für den Schulsport, die sich an das Spielfeld des TSV anschließt, weiterhin als solche nutzen, teilte Wolfrum mit. Die Anlage werde für die Bundesjugendspiele gebraucht, nachdem ein Ersatz für die Anlage auf dem Schulgelände in der Planung des Schulhofs im Zug der Generalsanierung der Schule nicht vorgesehen ist.

Konkrete Pläne für die Gestaltung der Grünanlage werden dem Stadtrat in der Sitzung am Dienstagabend vorgestellt.

Den Sachstand der Sanierung der Stadtmauer sah sich der Stadtrat an der nächsten Station seiner Ortsbegehung an. Der Bautrupp ist derzeit in der Knollenstraße damit beschäftigt, die historische Stadtmauer zu stabilisieren, zu reinigen und neu zu verfugen. Nicht saniert wird ein Teil gegenüber Schübel's Getränkestadel. Der befindet sich auf Privatgrund, sollte aber zumindest freigelegt und von Bewuchs befreit werden. Darauf wies Stadtrat Wolfgang Martin die Ratskollegen hin.

Noch nicht klar ist zurzeit, wie und ob ein Zugang von der Knollenstraße oder vom Marktplatz auf die Terrasse der doppelten Stadtmauer errichtet werden soll. Dass die Terrasse und das Turmzimmer durchaus reizvoll sind, davon überzeugten sich einige Stadträte. Konkrete gibt es noch nicht. Zunächst sollen die Sanierungsarbeiten abgeschlossen werden.

Recht zufrieden zeigten sich die Stadträte mit dem Jugendraum, der inzwischen in der ehemaligen Fahrradwerkstatt hinter dem Rathaus eingerichtet wurde und fast fertig ist. Der Aufenthaltsraum ist, teils in Eigenleistung der Jugendlichen, gestrichen und ist möbliert; die Küchenzeile steht und könnte genutzt werden.

Jugendraum vorerst nicht belegt

In diesem Jahr wird es allerdings keine Eröffnung und Belegung geben, teilten die Jugendsprecher Lena Badstieber und Tobias Schöffel mit. Man wolle erst auf ein Abebben der Corona-Pandemie warten, um die Jugendlichen nicht unnötig zu gefährden. Im Augenblick wird auch noch die Fassade renoviert.

Einen Eindruck von den mächtigen Bauarbeiten für die künftige Stadtumgehung verschaffte sich der Stadtrat schließlich am Übergang des Vogtendorfer Wegs und der Alten Pressecker Straße. Dort sind die beiden Ortsstraßen zurzeit umgeleitet, bis zwei weitere Brücken über die neue B 303 gebaut sind, die die Umgehung in etwa acht Metern Höhe kreuzen werden. Die Brückenpfeiler sind jetzt in Arbeit. Insgesamt soll die Umgehung Ende 2021 "unter Verkehr" sein, erläuterte Siegfried Beck, Bereichsleiter Straßenbau im Staatlichen Bauamt für den Landkreis Kulmbach.

Restarbeiten könnten auch noch nach der Eröffnung der Straße bewerkstelligt werden. Beck verabschiedete sich gleichzeitig von Stadtsteinach. Er wird zur Abteilung Autobahnbau wechseln, sagte er, wisse die Umgehung aber bei Projektleiter Jan Oertel in guten Händen.