Um mehr Sicherheit für Schulkinder im Bereich des Tambacher Bergs zu schaffen, sollen Schulweghelfer dort verstärkt zum Einsatz kommen. Das beschloss der Gemeinderat Weitramsdorf in seiner Sitzung am Montagabend einstimmig. So oft der Schulbus aus Coburg oder Seßlach dort tagsüber hält, sollen die Helfer die aussteigenden Schüler sicher über die Bundesstraße begleiten.
Die Fraktion der Freien Wähler-Bürgerverein Weitramsdorf hatte die Verwaltung vorab beauftragt zu prüfen, ob in Tambach eine weitere, provisorische Bushaltestelle im Bereich der Straße "Am Froschgrund" eingerichtet werden kann. Dies hätte den Kindern eine Querung der B 303 erspart. Ebenfalls sollte untersucht werden, ob der Schulbus nicht dauerhaft auf der Ortsverbindungsstraße Altenhof -Tambach fahren könne - eine Route, die er während der Sperrung der parallelen Staatsstraße 2202 nutzte. Dann hätte die Altenhofer Haltestelle an das Backhaus verlegt werden können, so dass weder dort noch für Tambach weiterhin Schulweghelfer nötig gewesen wären. Die Polizeiinspektion Coburg äußerte in ihrem Antwortschreiben in beiden Punkten Bedenken, die Bürgermeister Wolfgang Bauersachs (BfB) zitierte.
Die alternative Trasse hätte erneut eine teilweise Einbahnstraßen- und Ampelregelung bedingt, die auf Dauer wohl von den Anwohnern nicht toleriert würde. Ein Wenden oder Rückwärtsfahren der Busse an der Einmündung "Ziegeläckerweg" sei ohne Einweiser nicht möglich und für das Wenden in einem Zug stehe kein ausreichender Platz zur Verfügung. Nachdem somit eine Verlegung der Tambacher Haltestelle nicht möglich erschien, stellte Fraktionsführer Matthias Helmprobst den Antrag auf mehr Schulweghelfer. Wie Werner Hanke (ÜPWG) informierte, bekundete die dort eingesetzte Helferin bereits ihre Bereitschaft, auch am Nachmittag vor Ort zu sein.


"Flugzeuge über Weitramsdorf"

Zu Beginn der Sitzung informierte sich das Gremium über die luftrechtlichen Planfeststellungs- und Genehmigungsverfahren für den in Neida geplanten Verkehrslandeplatz. Ralf Geißler, Projektleiter bei CDM Smith Consult GmbH (Nürnberg), stellte die maßgeblichen Punkte der "Aeronautical Study" vor, mit der die Projektgesellschaft die Bedenken der Deutschen Flugsicherung gegen den Neubau ausräumen will. Sein Fazit: Werden die Risikominderungsmaßnahmen hinsichtlich der Hindernisbefeuerung und der naturschutzfachlichen Belange umgesetzt und wird die Platzrunde um 70 Meter angehoben, so "ist am geplanten Standort ein normaler Flugbetrieb ohne Gefährdung durchzuführen". Aus dem Gremium gab es Kritik, insbesondere an den notwendigen Kürzungen von Bäumen und der "angepassten Geometrie" der Platzrunde. Rutscht diese nach Süden, so monierte Hans-Jürgen Marschollek (BfB), flögen die Flugzeuge "schon über Weitramsdorf drüber". "Es ist nicht auszuschließen, dass hier Flugverkehr herrschen wird", bestätigte Geißler, allerdings sei "mit keiner relevanten Lärmbeeinträchtigung zu rechnen". Als Försterin wies Anke Schäfer (ÜPWG) auf die negativen Folgen der regelmäßigen Kürzungen der Baumwipfel hin. Außerdem handele es sich bei der ebenfalls betroffenen Buchleite um ein FFH-Gebiet mit einem geschützten Buchenbestand. Die neu in das Verfahren eingebrachten Unterlagen liegen noch bis Freitag, 2. Juni, 12 Uhr, im Weitramsdorfer Rathaus zur Einsicht aus. Eine erneute Abstimmung zum Verkehrslandeplatz lehnten 13 Gemeinderäte ab, lediglich drei sprachen sich dafür aus. "Wir belassen es somit bei unserer Stellungnahme vom 4. Mai 2016", sagte der Bürgermeister. Damals hatte das Gremium den Bau mit acht zu elf Stimmen befürwortet, weil es den Flugplatz "für die wirtschaftliche Entwicklung der Region als positiv" ansah.
Haushaltsüberschreitungen mit insgesamt knapp 99 000 Euro genehmigte das Gremium ohne Gegenstimme. Wie Kämmerer Christian Reuß erläuterte, waren Erstattungszinsen, Unterhaltungskosten für Spielplätze und Grünanlagen sowie eine Kredittilgung für die Mehrausgaben verantwortlich. Schäfer regte an, Grünflächen auch einmal liegen zu lassen.
Erfreut verkündete Bauersachs, dass es im kommenden Schuljahr drei erste Klassen in Weitramsdorf geben wird. Platzprobleme erwartet er nicht, da ein Mehrzweckraum genutzt werden soll. Eine erneute Spitze sei laut Schulamt erst für 2020 zu erwarten. "Im Rahmen des Bezahlbaren" soll neues Mobiliar und Inventar angeschafft werden, so Bauersachs. "Unsere Schule ist top in Schuss und pädagogisch wertvoll, da haben wir in der Vergangenheit alles richtig gemacht", freute sich Ulrich Kräußlein (FW).