Die Treppe am Rathaus ist in schlechtem Zustand. Und das ist nicht untertrieben: Fast jede Stufe bröckelt; es besteht Unfallgefahr. "Die Stahlbetonstufen sind nicht mehr verkehrssicher", sagte Architekt Thorsten Grament vom städtischen Büro Bauleistungen im jüngsten Stadtrat.

Seit einigen Jahren werden diverse Reparaturen an der repräsentativen Anlage, die hoch zur katholischen Kirche führt, durchgeführt. Aber: "Die Ausbrüche mehren sich und die Schadensbildung vor allem durch Frostereignisse ist erheblich", fügte Grament hinzu.

Ein Ausbessern wie bisher nehme allerdings zu viel Zeit und Aufwand in Anspruch; es betreffe fast jede der Stufen. Sein Vorschlag deshalb: Eine Gerüstanlage mit einem beidseitigen Geländer. Das Aussehen: verzinkter Stahl, nüchtern, funktional. Das Gewicht laste so nicht mehr so auf den Stufen. Eine solche Gerüsttreppe werde oft während Großveranstaltungen eingesetzt.

Denn eines ist laut Grament sicher: Wird nicht schnell gehandelt, muss die Treppe vollständig gesperrt werden. Noch eine Frostperiode und die Schäden seien so groß, dass "Unfälle nicht mehr auszuschließen sind."

Grament schlug deshalb vor, eine solche Gerüstanlage zu kaufen. "Die Investition ist nicht verloren", ist er sich sicher. Die Treppe könne in ihren Elementen auch an anderen Stellen flexibel eingesetzt werden.

Sanierungsplanung mit neuem Rathaus

Ein Grund, warum die Treppe bisher nur noch ausgebessert wurde, betrifft die offene Frage rund um das gesamte Areal des neuen Rathauses. "Deshalb wurden bisher nur die Schönheitsreparaturen erledigt", erklärte Jürgen Pfister (PWG), Stellvertretender Bürgermeister. Die Verkehrssicherheit stehe an erster Stelle.

Wie lange ein Behelfsgerüst stehen soll, das bleibt unklar. Aktuell verfasse das Büro Bauleistungen eine Prioritätenliste aus dem gesamten Hoch-, Tief- und Brückenbau. Denn die Maßnahmenliste ist mittlerweile lang. "In diesem Zusammenhang tritt das neue Rathaus gemeinsam mit der Treppe auf", so Grament. Konkret bedeutet das: "Wir müssen uns auf einen langen Zeitraum einstellen."

Was die Kosten betrifft, so habe die Stadt aktuell ein Angebot über 22.500 Euro fürs Treppengerüst vorliegen. Allerdings steigen die Kosten dafür in Kürze, wenn nicht schnell gehandelt wird.

Kritik wegen fehlendem Gesamtkonzept

Aus dem Stadtrat kam Kritik. Verkehrsreferentin Adelheid Zimmermann (FDP) monierte: "Die Stadt ist eine ewige Baustelle; es fehlt ein Konzept." Seit Beginn der Amtsperiode hechle die Stadt einer Baustelle nach der anderen hinterher. Auch Karin Ott (CSU) fordert seit zwei Jahren ein Gesamtkonzept. "Das gibt es leider bis heute nicht."

Robert Eder (PWG) sagte es deutlich: "Wir machen uns immer mehr das Stadtbild kaputt." Und auch Parteikollege Jürgen Pfister ist wenig erfreut darüber, dass die Behelfstreppe möglicherweise zehn Jahre stehen soll. Eberhard Schelle, (ebenfalls PWG) machte hingegen den Vorschlag, die Treppe zu sperren und ein Schild aufzustellen.

Eine schnelle Entscheidung vor dem Herbst wird es vermutlich nicht geben, denn zunächst soll die Prioritätenliste erstellt werden. Außerdem bedarf es weiterer Angebote für eine Stahlkonstruktion. Seit Freitagmorgen ist die Treppe - quasi über Nacht - gesperrt.