Wilfried Steinert führt den neuen Verein "Tourismus Stadt Seßlach e.V.". Bei der Mitgliederversammlung im Seßlacher Rathaussaal erhielt der Gemündaer 28 Ja-Stimmen bei einer Gegenstimme und vier Enthaltungen. Der Außendienstmitarbeiter löst Wolfgang Pfister ab, der für eine Wiederwahl nicht zur Verfügung stand. Als Stellvertreter stehen Steinert die Stadtführer Heidrun Rößner und Christian Vogt zur Seite.
Pfister hatte gesundheitliche Gründe für seinen Verzicht angeführt. Hinzu kämen der "Zeitfaktor" sowie die Erkenntnis, dass sich der Vorsitz mit seiner Funktion als Zweiter Bürgermeister nur schlecht vereinbaren lasse. Der Seßlacher beklagte, dass sein Einsatz für den Tourismus nicht gewürdigt werde. Es gebe in Seßlach einige "selbsternannte Tourismusexperten", die als "Heckenschützen" lieber Meinungsmache betrieben, statt den Fremdenverkehr mit konstruktiver Kritik und Ideen voranzubringen.
Für das Jahr 2016 zog der scheidende Vorsitzende eine positive Bilanz: "Ich glaube, wir haben ein sehr gutes und innovatives Jahr hinter uns." Der Wechsel von Geschäftsführerin Silvia Tauss zu Carolin Franz sei "vollends, auch inhaltlich" vollzogen worden. Pfisters Dank galt der neuen Geschäftsführerin sowie dem gesamten Team, "das mit und um sie herum wirbelt".
Zu Beginn ihres Berichts hob Carolin Franz den Tourismus als kommunalen Wirtschafts- und Standortfaktor hervor. Zu den 2016 umgesetzten Maßnahmen gehörten verlängerte Öffnungszeiten des Tourismusbüros, eine offizielle Facebook-Seite sowie ein neues Gästebuch der Stadt. Interessante Erkenntnisse liefert nun eine Befragung der Gäste. Das Marketing wurde neu ausgerichtet. Mit den neu eingeführten Turnus-Stadtführungen zeigte sie sich sehr zufrieden. Der neueröffnete Kunst-Handwerkermarkt sei dagegen "noch nicht da, wo er sein soll". Gesucht wird noch immer ein "Kümmerer" für das Heimatmuseum. Bei den Veranstaltungen gelte es, auf die Stärken zu setzen und Brauchtum wie Kultur zu erhalten. Dazu müssten alle Termine im Festkalender genutzt und neue Events, wie das Bierfest und die "Nacht des Handwerks und der Manufakturen", etabliert werden. Franz schloss mit den Worten: "Seßlach hat großes, unausgeschöpftes Potenzial!" Franz wurde in der Versammlung einstimmig als Geschäftsführerin bestätigt.
Nach einer Abstimmung kann der bisherige Arbeitskreis ein eigenständiger Verein werden. Bettina Knauth