Heute feiert Ernst-Jürgen Dahlmann, besser bekannt als "Teddy" Dahlmann, seinen 80. Geburtstag. Der umtriebige Chef des Landwirtschaftsamts und langjährige Vorsitzende des Tourismusvereins "Rund ums Walberla" blickt aus diesem Anlass auf seine Initiativen und Tätigkeiten zurück. Denn der Verein existiert auch schon 20 Jahre, auch wenn sein Jubiläum nicht öffentlich gefeiert werden konnte.

Die Gründung, so erzählt Dahlmann, war schon eine Geschichte für sich. Er nahm Anstoß an einem Werbeprospekt der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz in Ebermannstadt, weil darin das Walberla "ein weißer Fleck" war. Er tat sich mit Otto Siebenhaar zusammen, der sein Nachfolger als Bürgermeister von Leutenbach war, und sie beriefen eine Gründungsversammlung ein. Viele negative Stimmen waren dort zu hören. Aber nach einer Versammlungspause wagten es die beiden Initiatoren, abstimmen zu lassen. Und siehe da: Alle waren plötzlich dafür.

Die Brenner eingebunden

Nicht nur Gastwirte und Vermieter wollte der Landwirt gewinnen, sondern auch Handwerker und Dienstleister sowie die Brenner. Speziell für sie wurde 2003 der "Tag der offenen Brennereien und Brauereien" ins Leben gerufen. Die Aktion hat inzwischen fast Volksfestcharakter, bewertet Dahlmann das jährliche Ereignis mit Shuttlebussen und Anbindung an den ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr). Für den Fortbestand hat Dahlmann keine Sorge. Verbraucherinformation durch Bezug zum Brenner und das Sehen der Vorgänge sei gefragter denn je. Und andersherum ist so der Erhalt der Streuobstbestände gesichert. Zugleich waren die Tage Anstoß für viele mit Brennrechten, den Brennmeistertitel zu erwerben. Von einem richtigen Schub spricht Dahlmann und nennt Begriffe wie Sommelier und Probierstuben.

Auch wenn die Preisverleihung von "Kunst und Genuss" in den Räumen des Hauptsponsors Volksbank stattfindet, ist diese Verquickung von Gastronomie und bildender Kunst eine besondere Leistung des Tourismusvereins um die Ehrenbürg herum. Dahlmann ist sich sicher, dass sie was bringt "für die, die wirklich dahinterstehen", für den Wirt, der seine Gäste informiert und auf die gehängten Kunstwerke aufmerksam macht. Mit der Vernissage in Forchheim hoffte man von vorneherein, "die Leute rauszuholen", neue Kunden zu gewinnen und einheimische Künstler zu unterstützen. Das beste Beispiel ist das Schmidt-Dahlmannsche Anwesen selbst, ist es doch mit den Plastiken in Hof und Garten eine Art Freiluftgalerie, direkt vor den Augen der Gäste in den Ferienwohnungen.

Von 1983 bis 1995 hat der Hausherr die Geschäftsführung des Vereins "Urlaub auf dem Bauernhof in der Fränkischen Schweiz" übernommen. Er sah aus dem Blickwinkel seines Hauptberufs eine Zuerwerbsmöglichkeit für Landwirte, standen und stehen doch auf vielen Anwesen Gebäude leer wie Mitarbeiterwohnungen, Austragshäuser oder Heuböden. Sie zu Feriendomizilen umzubauen, hält er auch für einen Beitrag zum Erhalt von Ortsbildern und ein wirksames Mittel gegen Leerstände in Ortsmitten - heute mehr denn je, das zeige ihm die derzeitige Entwicklung besonders. Noch nie gab es in der Fränkischen Schweiz so viele Gäste aus München und den Regionen südlich der Donau. Nicht wenige, so Dahlmann, waren erstaunt, wie interessant und vielfältig die Region sei, die - zumindest in der gesamtbayerischen Tourismuswerbung - gar nicht vorkommt. Ohne alpine Bergszenerien scheint es dort nicht zu gehen, stellt Dahlmann bis heute fest.

Beim Landwirtschaftsamt tätig sein hieß für Dahlmann auch Flurbereinigung, die Gegner und Befürworter hatte. Rückblickend steht für ihn nicht die Zusammenlegung von Wirtschaftsflächen im Vordergrund. Da hat sich mit und ohne in den Dörfern viel geändert, seit die Zahl der Bauern sinkt, die Größe der von einem bewirtschafteten Flächen aber deutlich steigt. Den Unterschied, ob ein Ort sie durchführte oder nicht, macht der leidenschaftliche Wanderer und Radfahrer an den Wegen aus. In seinem Wohnort fehlen die verbindenden Strecken, wie sie nebenan in Kunreuth für Wanderer und Radler als Alternativen zu Autostraßen genutzt werden können.

Der Tanzsaal

Als "vielschichtig" beschreibt Dahlmann sein Engagement und nennt als letztes Beispiel den Tanzsaal. Sein Wohnhaus gehört zu einer ehemaligen Gaststätte. Deren Saal überließ er vor Jahren jungen Leuten vom Lions-Club. Dann gab es dort mal ein Benefizkonzert für die Lebenshilfe. Aus der Resonanz erkannte Dahlmann, dass der Jugend auf dem Land Treffpunkte fehlten. 13, 14 Jahre waren es dann, dass er in die Wirtsrolle schlüpfte und regelmäßig Tanzveranstaltungen anbot.

"Als Radfahrer komme ich viel rum und muss dabei feststellen, dass viele Landwirte schließen, auch ausgebildete", genauer: auch Absolventen der Landwirtschaftsschulen. Und das, obwohl in seiner aktiven Zeit viel zur Verbesserung ihrer Chancen getan worden sei, man denke nur an die Gründung von Maschinenringen, an betriebswirtschaftliche Beratung und an die Dorfhelferstationen Muggendorf, Neunkirchen und Walberla.