Andreas Dorsch

Im Jahr 2015 stand Höchstadts Bürgermeister Gerald Brehm zusammen mit den Freien Wählern im Landkreis an der Spitze derer, die mit einem Bürgerentscheid verhindern wollten, dass sich der Landkreis an der Stadt-umland-Bahn - die nur von Erlangen nach Herzogenaurach führen sollte - beteiligt. Die Stub-Gegner hatten Erfolg, die Bürger lehnten mit 59:41 Prozent die Beteiligung des Kreises an der Schienenverbindung nach Herzogenaurach ab.

Nachdem sich 2018 das "landkreisübergreifende interkommunale Bündnis Ostast Stub" (Libos) gegründet hat, das die Erweiterung der Stub bis Eckental fordert, steht das Thema Stub wieder auf der Tagesordnung.

Am Montag in Höchstadt

In seiner Sitzung am kommenden Montag um 10 Uhr in der Aischtalhalle in Höchstadt soll der Kreistag der Verwaltung grünes Licht geben, um die rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen für eine Beteiligung des Landkreises an einem Ostast zu klären.

Das ruft die Stub-Gegner von einst auf den Plan. Brehm und seine Mitstreiter bringen jetzt auch wieder den Nordwestast über Röttenbach, Adelsdorf nach Höchstadt ins Gespräch. Hat sich Höchstadts Bürgermeister plötzlich zum Stub-Freund gewandelt?

Auf Nachfrage des FT erinnert Brehm daran, dass unter den damaligen Modalitäten der Ost- und der Nordwestast als unrentabel eingestuft und aus den Plänen gestrichen wurden. Da sich inzwischen die Zuschussmöglichkeiten und auch der Rentabilitätsfaktor geändert haben, sollten auch die Kosten für einen Ast nach Höchstadt erneut untersucht werden, findet Brehm.

Bürger sollen entscheiden

Wenn alle Zahlen auf dem Tisch liegen, möchte er die Bürger erneut entscheiden lassen, ob sich der Landkreis beteiligen soll. Als Höchstadter Bürgermeister müsse er sich dafür einsetzen, alle Möglichkeiten zu eruieren.

Als Privatmann ist er "nach wie vor für ein intelligentes und flexibles Bussystem". Elektrobusse, die im Stadtgebiet von Erlangen eine eigene Spur bekommen, zieht Brehm einem schienengebundenen Verkehrsmittel vor.