Nach der Lockerung der strengen Beschränkungen dürfen ausgebildete ehrenamtliche Helfer des Hospizvereins wieder direkten Kontakt mit Schwerstkranken, Sterbenden und deren Angehörige aufnehmen. Hausbesuche und der Zugang in Seniorenheime und Kliniken sind wieder erlaubt, vorausgesetzt, die nach wie vor gültigen Abstandsregeln werden beachtet.

Für den Vorsitzenden des Hospizvereins Kulmbach, Markus Ipta aus Kasendorf, seine Stellvertreterin Brigitte Brückner, die fest angestellten Koordinatorinnen Käthe Goné und Gabriele Daig und die ehrenamtlichen Helfer ist damit wieder ansatzweise ein Dienst möglich, der zwar im Stillen geschieht, aber für die Betroffenen und die Begleiter durchaus von Bedeutung ist.

Zuhören ist sehr wichtig

Seit einigen Wochen war nur noch telefonischer Kontakt möglich. Damit konnten die Hospizbegleiter Sterbenden und ihren Familien allerdings nur symbolisch zeigen: Wir sind für euch da und haben ein offenes Ohr für euch in euerer Ausnahmesituation. Die Hand halten oder auch mal über den Kopf streichen, ist nach wie vor nicht möglich, obwohl dies sehr wichtig bleibt. "Hospizbegleitung braucht zunächst Kontakt - in welcher Form auch immer. Da kann jemandem nur zuzuhören durchaus schon mehr bewirken als Worte", sagt Käthe Goné. "Auf den körperlichen Kontakt müssen wir zurzeit halt notgedrungen noch verzichten."

Streng bleiben die hygienischen Vorschriften, sagt Goné. "Dafür sind wir aber gut mit Masken ausgestattet: einfachen genähten und auch welche mit medizinischen mit speziellem Filter." Selbst wenn zum Beispiel eine Anfrage eines Corona-Patienten kommen würde, was bisher noch nicht der Fall war, dürften Hospizbegleiter mittlerweile auch in Isolierstationen.

Ausbildung abgebrochen

"Dann aber nur mit umfangreicher Schutzbekleidung. Patienten und Angehörige werden zudem zurzeit gebeten, bei Besuchen der Hospizbegleiter vorsorglich selbst eine Schutzmaske zu tragen, sofern dies den Patienten möglich ist", erklärt sie.

Käthe Goné organisiert auch die Ausbildung der Hospizbegleiter. Der Kurs begann am 3. Februar, musste aber aufgrund der allgemeinen Kontaktbeschränkungen nach ein paar Tagen abgebrochen werden. Der gesamte Kurs hätte bis 11. Mai gedauert. Die Ausbildung in 120 Unterrichtseinheiten erstreckt sich normalerweise über ein halbes Jahr.

Neben Theorie und Gesprächsausbildung sind auch Praktika in Pflegeheimen und bei einem ambulanten Pflegedienst vorgesehen. Dabei sind Hospitationen in Tagespflegeeinrichtungen derzeit ohnehin nicht möglich, weil diese geschlossen sind. "Im Augenblick wissen wir also nicht, ob dieser Kurs heuer noch weitergeht und vielleicht sogar abgeschlossen werden kann. Andernfalls müssen wir ihn halt ins nächste Jahr verlegen."

Zurzeit sind 24 der ausgebildeten Hospizbegleiter im Einsatz, berichtet Goné. Bei Bedarf kann man mit dem Hospizverein telefonisch Kontakt aufnehmen unter 09221/924739 oder 0172/8516096. Auch wenn nur der Anrufbeantworter läuft: Es wird in jedem Fall zurückgerufen.

Nach einem abklärenden Kontaktgespräch überlege man zunächst, welcher Hospizbegleiter für eine bestimmte Person am besten geeignet ist, sagt Goné. Danach findet ein Erstkontakt mit den Schwerstkranken, Sterbenden oder Angehörigen statt und es werden die weiteren Besuchstermine abgesprochen.

",Das Sterben eines Menschen ist ein heiliger Moment, den man nie mehr vergisst', hat mir einmal eine Hospizbegleiterin gesagt", berichtet Käthe Goné. "Wer sich auf die Begleitung Schwerkranker und Sterbender einlässt, spürt, wie er unweigerlich mit seiner eigenen Vergänglichkeit konfrontiert wird." klk