Andreas Dorsch Heute vor zehn Jahren berichtete der Fränkische Tag an dieser Stelle über eine Gemeinderatssitzung in Hemhofen. In der Sitzung unter Leitung des inzwischen verstorbenen Bürgermeisters Joachim Wersal (FW) wurde ein Bebauungsplankonzept beschlossen, das die Nahtstelle zwischen Hemhofen und seinem Ortsteil Zeckern städtebaulich ordentlich aufwerten sollte. Geworden ist aus diesen Plänen bis heute allerdings nichts. Schuld daran ist aus Sicht der Gemeinde die Deutsche Bahn.

Es ging damals um das Bahnhofsgelände und die ehemalige Bahntrasse durch den Ort. In der Erwartung, das Gelände von der Bahn erwerben zu können, wurde in Hemhofen ein Bebauungsplan geschmiedet und vom Gemeinderat einstimmig beschlossen.

Auf dem Bahnhofsplatz hatte die Gemeinde eine Festwiese und einen Parkplatz geplant. Die Festwiese sollte multifunktional genutzt werden. Neben dem Jugendtreff sollte ein Mehrgenerationenspielplatz entstehen.

Nicht nur der Bahnhofsplatz wurde überplant. Auf der alten Bahntrasse wollten die Gemeindeväter einen Radweg anlegen, der mit einer Baumallee eingesäumt werden sollte. Der damalige Städteplaner sprach von "einer Zäsur zwischen den Ortsteilen Zeckern und Hemhofen, die städtebaulich gut kommt". Und er machte ihnen aber auch klar, dass sie sich damit etwas leisten würden, das gepflegt werden müsse.

Schaut man sich heute auf dem Bahnhofsgelände und der alten Schienentrasse um, hat sich noch nichts getan. Und es wird sich wohl auch in den nächsten Jahren nichts tun. Der heutige Bürgermeister Ludwig Nagel (CSU) befürchtet das zumindest.

Als die Gemeinde 2010 - Nagel war damals in Hemhofen noch nicht kommunalpolitisch aktiv - Pläne schmiedete, ging man davon aus, das Gelände zu bekommen. Doch statt der Gemeinde ein Vorkaufsrecht einzuräumen, ließ die Bahn ihr Areal meistbietend versteigern. Natürlich bot die Gemeinde bei der Versteigerung mit, musste aber irgendwann aussteigen.

Zuschlag bekommt Privatmann

Neuer Eigentümer des Geländes wurde ein Privatmann, der die Grundstücke offensichtlich als Spekulationsobjekte sieht. Zunächst hatte die Gemeinde noch ihren Bebauungsplan, doch gegen den reichte der neue Eigentümer im Jahr 2015 Klage ein. Erst im vergangenen Jahr fällte das Gericht ein Urteil und erklärte den Bebauungsplan für unwirksam. Der Gemeinde war dabei ein simpler Abwägungsfehler zum Verhängnis geworden.

Bürgermeister Nagel will aber nicht aufgeben: "Jetzt haben wir vor, einen neuen Plan aufzustellen." Nagel ist auch nach zehn Jahren noch sauer auf die Bahn, die der Gemeinde kein Vorkaufsrecht einräumte, "obwohl sie doch mit viel Steuermitteln subventioniert wird".