Weil die Gemeinde Stegaurach seit Jahren engagiert und erfolgreich eine Biodiversitätsstrategie auf den gemeindeeigenen Flächen verfolgt, besuchte die oberfränkische Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz die Gemeinde im Aurachgrund, um sich ein Bild von den hochwertigen Lebensräumen mit zum Teil bedrohten Tier- und Pflanzenarten zu machen.

Beeindruckt zeigte sie sich von den Flächen mit einer außergewöhnlichen Anzahl von heute seltenen Sorten und Arten aus Flora und Fauna und prägte den Begriff "Faszination Gemeindeflächen".

Die Exkursion auf die Wiesen am Rande der Aurach war vor der Corona-Krise ursprünglich als öffentliche Auftaktveranstaltung für die Umweltbildungsaktion "BayernTourNatur" geplant, die in diesem Jahr 20-jähriges Bestehen feiert. Nun trafen sich unter Leitung von Siegfried Weid von der Regierung von Oberfranken in gebotenem Mindestabstand die Vertreter der Regierung, Zweiter Bürgermeister Bernd Fricke (Grüne), Dritter Bürgermeister Werner Waßmann (FW), Landrat Johann Kalb (CSU) sowie Jakobus Kötzner, Vorsitzender des Wasserzweckverbands, und weitere Behördenvertreter zur Besichtigung der gemeindeeigenen Flächen mit hoher Biodiversität.

Fachstelle ist geplant

Bereits seit 1996 gibt es den Agenda-21-Arbeitskreis in Stegaurach und von Anfang an stellten sich die Bürger unter Leitung von Bürgermeister Fricke die Frage: "Können Flächen, die im Eigentum der Gemeinde Stegaurach sind, mehr als bisher zum Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen?" Inzwischen ist die Antwort eindeutig Ja. Nach dem Einsatz für mehr Biodiversität und als pflanzenschutzmittelfreie Gemeinde hat der Gemeinderat gerade erst beschlossen, beim Bayerischen Naturschutzfonds einen Förderantrag für einen Projektmanager in Sachen Biodiversität zu stellen. Etwa ein Viertel der Fördersumme, die für das Projektmanagement, die Flächenankäufe, die Öffentlichkeitsarbeit und die Erfolgskontrolle mit 150 000 Euro veranschlagt ist, muss die Kommune selbst aufbringen. Nach Ablauf des Pilotprojektes ist zudem eine Fachstelle für "Biodiversität und Nachhaltigkeit" geplant. "Gemeindliche Flächen haben eine besondere Bedeutung für die biologische Vielfalt. Ihre Erhaltung ist neben dem Klimaschutz eine der zentralen Zukunftsaufgaben. In Bayern kommen mindestens 77 000 Pflanzen-, Tier-, Pilz- und Flechtarten vor, in Oberfranken sind es mindestens 50 000. Doch die Vielfalt ist bedroht. Das hier initiierte Projekt könnte als Vorbild und als Keimzelle für die zukünftige Pflege und Nutzung aller gemeindlichen Flächen in Oberfranken dienen", so Piwernetz. red