Einen Vitalitäts-check sollen die Mitgliedsgemeinden des "Wirtschaftsbands A9-Fränkische Schweiz" durchführen. Das gilt neben Weißenohe, Igensdorf und Hiltpoltstein auch für Gräfenberg.
Dabei sollen zahlreiche statistische Daten erfasst werden, unter anderem die folgenden: Wo gibt es in den Gemeindegebieten Leerstände? Wo leben Menschen, die das 70. Lebensalter überschritten haben? Wo könnte ein Leerstand entstehen?


Daten werden anonymisiert

Um die zuständige Mitarbeiterin der Verwaltung zu entlasten, schlug Zweite Bürgermeisterin Sylvia Hofmann (FW) vor, dass die Stadträte in ihren Ortsteilen diese Aufgabe übernehmen und die Daten an die Verwaltung übermitteln.
Diese Datenerhebung löste eine heftige Debatte aus. Ob das mit dem Datenschutz überhaupt zulässig sei, wollte Werner Wolf (FW) wissen. Zudem sei die Erfassung nur eine Momentaufnahme. "Wir haben doch keinen Einfluss darauf, wie lange die Leute leben. Außerdem hat jeder hat individuelle Zukunftsplanungen", sagte Wolf.
Die Daten würden doch anonymisiert werden, warf Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla (SPD) ein. Doch auch Antje Rammensee (SPD) hatte Bedenken: Man könne doch nicht von einem entsprechenden Leerstandrisiko reden, wenn Menschen über 70 Jahren in dem Haus leben. Nekolla dagegen hält die Daten hinsichtlich der Stadtentwicklung für durchaus wertvoll.
"Es ist doch nicht so, dass wir die Daten verkaufen und dann Staubsaugervertreter herumschicken", sagte Nekolla.


Gewisses Unbehagen

Gräfenbergs Zweite Bürgermeisterin Sylvia Hofmann (FW) lockte damit, dass helfende Stadträte für die Arbeit ein Sitzungsgeld erhalten sollten. Doch darum ging es den abgeneigten Räten nicht. Ihnen ging es um das Unbehagen, sensible Daten der Gräfenberger weiterzugeben.
Ob dieser Vitalitätscheck denn die Voraussetzung für künftige Förderungen sei, wollte Wolf wissen. Geklärt werden konnte diese Frage allerdings nicht. Damit endete die Debatte. Rund die Hälfte der Stadträte erklärte sich bereit, die Verwaltung zu unterstützen.