Nur Stunden nachdem er eine Spielothek in der Neustadter Halskestraße überfallen hatte, klickten Ende Mai 2020 bei einem damals 28-jährigen Neustadter die Handschellen. Ab kommenden Montag muss sich der Mann für seine Tat vor dem Coburger Landgericht verantworten.

Der Beschuldigte soll die Spielothek in der Nacht zum 29. Mai dieses Jahres gegen 1.40 Uhr mit vermummten Gesicht und einem Messer in der Hand betreten haben, um die Einnahmen zu rauben. Um hinterher schneller flüchten zu können, soll er ein Eisengitter zwischen Eingangstür und Türrahmen geklemmt haben. In der Spielhalle befand sich zu diesem Zeitpunkt nur eine Angestellte, die der Räuber mit dem Messer bedroht und am Hals gepackt haben soll.

In der Kasse der Spielothek befanden sich, knapp eineinhalb Stunden vor der Schließung, nur 30 Euro in 20- und 10-Cent-Stücken. Die Münzen wollte der Räuber nicht mitnehmen. Geldscheine lagen nicht in der Kasse. Schließlich forderte der Mann die Angestellte auf, einen Wechselgeldautomaten neben dem Tresen zu öffnen, in dem er größere Summen Papiergeld vermutete. Die Angestellte gab an, sie könne den Automaten nicht öffnen, gleichzeitig gelang es ihr, einen stillen Alarm auszulösen. Weil er auch in einem Klappfach am Tresen kein Bargeld fand, zog der Räuber schließlich ohne Beute wieder ab. Der ganze Überfall hatte nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht länger als eine halbe Minute gedauert.

Seit 30. Mai befindet sich der mutmaßliche Täter in Untersuchungshaft. Die Anklage lautet jeweils auf den Versuch des besonders schweren Raubes und der besonders schweren räuberischen Erpressung.

Der Prozess beginnt am Montag, 23. November, um 9 Uhr vor der Großen Strafkammer des Coburger Landgerichts. uso