Marco meissner Starkes Licht für die massive Erde, Blautöne spiegeln Himmel wie Wasser wider und feuerige Farben greifen in die Höhe - der Student Basel Ghazaly aus Kairo ist ganz in seinem Element, als er die Beleuchtung vom Bamberger Tor bis zum Melchior-Otto-Platz erläutert. "Four elements of life" betitelte die Gruppe um Workshop-Leiter Michael Bamberger ihren Beitrag zu "Kronach leuchtet". Der Weg zu einem letztlich beeindruckenden Ergebnis ist jedoch kein einfacher.

Das erfuhren drei internationale Studentengruppen, die in den vergangenen Tagen unter fachkundiger Anleitung von Michael Bamberger, Sabine De Schutter, Isabella Morteglia, Aschraf Nessim, Andy Siegmund und Daniel Ströhlein die kreativen, aber ebenso die technischen Grundlagen einer Eventbeleuchtung erlernten.

Die Teilnehmer der drei Workshops stammen aus Ägypten, dem Iran, Estland und Finnland. Aber auch drei Kronacher Schüler waren unter ihnen, die kommendes Jahr ein themenbezogenes P-Seminar besuchen werden. Für sie war es ebenfalls eine tolle Erfahrung, wie einer von ihnen, Jacob Schick, versichert.

"Die Teilnehmer bekommen zunächst ein Areal zugewiesen", erklärt Pressesprecherin Oda Gräbner das Prozedere. Heuer waren dies die Bereiche am Martinsplatz, am Melchior-Otto-Platz und an der katholischen Kirche. "Wenn die technischen Basics stehen, beginnt die kreative Arbeit und danach die Umsetzung in die Praxis."

Dass diese Schritte keine Selbstläufer sind, zeigte sich als die Studenten ihre Konzepte entwickelten und dann auch umsetzen mussten. Bis wenige Stunden vor der Festival-Eröffnung am Freitag wurden noch an den Beleuchtungen gearbeitet und Feinkosmetik betrieben. Die Zertifikate, die den jungen Leuten anschließend überreicht wurden, hatten sie sich also redlich verdient. Das zeigten auch die Präsentationen ihrer Ideen.

Am Martinsplatz war es die große Herausforderung, ganz unterschiedliche Fassadenstile zusammenzubringen. In ihrer "Trinity of light" agierten die Studenten dafür mit drei unterschiedlichen Methoden der Beleuchtung: Licht, das Ambiente schafft, fokussiertes Licht und das Spiel mit dem Licht.

Die Gruppe bei der Stadtpfarrkirche setzte hingegen auf Orange, Weiß und Blau, um mit warmem, neutralem und kaltem Licht die Elemente der Kirchenarchitektur herauszuarbeiten.

Eine vierte Gruppe aus Coburg ging abseits der drei anderen in der Strau einem eigenen Ansatz nach: der hochwertigen Fassadenbeleuchtung, die den Geschmack an Dauerinstallationen wecken soll. Die drei internationalen Workshops folgten hingegen einem anderen Ziel, wie Oda Gräbner feststellt: "Sie sind ausgerichtet auf das Storytelling." Sprich: Ihre Installationen sollen den Besuchern Geschichten erzählen. Und das dürften für die Gäste heuer sicher wieder drei ganz spannende Kapitel werden.