Kronach —  Weit über die Grenzen des Landkreises hinaus bekannt durch ihre Lichtkunstwerke - die riesigen Mohnblüten leuchteten deutschlandweit auf Lichtevents - setzt Andrea Lieb auch mit ihren farbenfrohen Gemälden strahlende Akzente. Nach einer Ausstellung 2015 in der Galerie im Landratsamt Kronach und 2016 in der Schalterhalle der Sparkasse Kulmbach/Kronach in Kronach sind die neuesten Bilder jetzt in den Schaufenstern und im Geschäft Optik Lieb, Spitalstraße 8 in Kronach zu den Ladenöffnungszeiten zu sehen. Die Ausstellung kann bis Samstag 29. Februar, besucht werden.

In ihren ausdrucksstarken Bildern wechseln sich weiche Farbverläufe ab mit starken Kontrasten. Mehrere lasierende Schichten übereinander lassen ganz neue, zarte Farbeffekte entstehen. Kräftige, mutig gesetzte Kontrastfarben bringen Dynamik und Power in die Bilder. Linien ziehen Spuren, brechen die Flächen auf, erschaffen neue Blickachsen und lenken den Blick durch die Bilder.

Die Künstlerin experimentiert mit den unterschiedlichsten Materialien und Werkzeugen. Pinsel und Farbrollen kommen genauso zum Einsatz wie Shaper, Schwamm und Holzstöckchen. Mit Sand und Spachtelmasse gelingt es ihr, Struktur und Tiefe in ihren Gemälden zu erzeugen. Ölpastellkreide, Salz, Pigmente und Acrylfarben im Wechsel erzeugen ganz eigene Farbübergänge. Jedes ihrer Bilder entsteht in einem lebendigen Prozess. Farben werden auftragen und weggenommen, versteckt und teilweise wieder sichtbar gemacht. Eine neue Farbfläche setzt eine andere Bildebene in den Fokus und fordert dadurch eine neue Gewichtung vorhandener Bildelemente. So kreiert Andrea Lieb aus ihren anfänglichen Ideen sehr individuelle und lebendige Bilder.

Sie selbst meint dazu: "Ich liebe es, wie sich meine Bilder entwickeln. Manchmal beginne ich mit sanft verlaufenden Farbübergängen, um dann diese Gleichförmigkeit mit energischen Pinselstrichen und leuchtenden Farben herauszufordern und zu unterbrechen. Dann wieder sind die Bilder am Anfang so knallig und bunt, dass ich sie mit hellen weichen Farbflächen beruhigen muss."

Sehr spannend und neu sei es für sie, in Serie zu arbeiten. Manchmal habe sie so viele Ideen, dass ein einzelnes Bild damit überfrachtet wäre. "Wenn ich an mehreren Bildern gleichzeitig in einem Format und den gleichen Hauptfarben arbeite, kann ich so jeder Idee ihren eigenen Raum geben und trotz Gemeinsamkeiten sehr unterschiedliche Eindrücke erzeugen", führt sie weiter aus.

Hier sei sie der Dozentin ihres letzten Malkurses, Angelika Biber, sehr dankbar für ganz neue Anregungen und Techniken. "Sie hat mir für meine künstlerische Entwicklung viele neue Impulse mitgegeben. Das kommt auch bei den Betrachtern meiner Bilder gut an. Sie fragen oft interessiert nach Material und Technik", freut sich Andrea Lieb. Außerdem seien die feinen Strukturen ein prima "Sehtest" für die neuen Brillen ihrer Kundschaft.