Es ist heute längst nicht mehr selbstverständlich, dass sich Menschen ohne Bezahlung für das Allgemeinwohl engagieren. Und es ist auch nicht mehr an der Tagesordnung, dass man Mitglied in einem Sozialverband ist oder sich selbst dort engagiert, sagte der Vorsitzende des Awo-Ortsvereins Kulmbach, Hartmut Rochholz. Trotzdem ist der Awo-Ortsverein Kulmbach noch immer der größte Verein in der Arbeiterwohlfahrts-Familie. Insgesamt zählt der Ortsverein Kulmbach 760 Mitglieder.
Seit vielen Jahren engagieren sich Alma Taubenreuther und Gerda Polanetzki in außerordentlicher Weise. Alma Taubenreuther ist selbst 80 Jahre alt. Sie ist seit 1968 Mitglied bei der Arbeiterwohlfahrt und hat über 30 Jahre im Vorstand mitgearbeitet. Alma Taubenreuther ist zudem seit 2003 im Seniorenbeirat der Stadt Kulmbach aktiv, sie leitet seit vielen Jahren den Altenclub Pörbitsch-Blaich. "Und als Alma Kleiner den Altenclub Kauernburg nicht mehr führen konnte, war es für unsere Alma selbstverständlich, auch diesen zu übernehmen", dankte der Ortsvereinsvorsitzende Hartmut Rochholz für die vielen ehrenamtlichen Stunden, die Alma Taubenreuther bereits für die Awo geleistet hat.
Auch Gerda Polanetzki (77) ist ein Awo-Urgestein. Sie ist seit 1974 Mitglied und als "Bratwurstbraterin" bei allen Festen bekannt. "Ich kann mir kein Fest denken, bei dem sie nicht mitgeholfen hat: Ob es ein Sommerfest oder ein Open-Air war, eine Freizeit oder ein Kindergartenfest - Gerda war immer dabei. Egal, ob in Marienweiher oder in der Siedlung, im Rehbergheim oder sonst wo", dankte Rochholz. Außerdem betreute Gerda Polanetzki eine 15 Jahre ältere Frau. Als diese dann verstorben ist, hat sie sich eine neue ältere Dame gesucht und betreut auch diese wieder, besucht sie regelmäßig im Seniorenheim und umsorgt sie, lobte Rochholz.
"Wir wollen mit dieser Ehrung die auszeichnen, die anpacken und so viel tun, was nicht mit Geld zu bezahlen ist", dankte auch die Kreisvorsitzende Inge Aures. Sie nutzte die Gelegenheit, um die Entwicklung der Awo aufzuzeigen. Der Wohlfahrtsverband betreue minderjährige Flüchtlinge in der Schützenstraße, habe auch ein Haus angemietet, in dem Flüchtlinge, die in Deutschland bleiben dürfen, untergebracht sind. Außerdem gebe es in der Blaich zwei Wohnungen, in denen Flüchtlinge, die über 18 Jahre alt sind, untergebracht werden.