Weitramsdorf — Als Martha Tobisch-Haupt geboren wurde, war der Erste Weltkrieg noch kein Jahr alt. Viel Arbeit, ein gesunder Lebensstil mit regelmäßiger Bewegung und ein Gläschen Rotwein am Mittag: Mit diesem Rezept hat es Martha Tobisch-Haupt geschafft, ein Jahrhundert alt zu werden.
Ursprünglich stammt die gelernte Schneiderin aus dem Sudetenland. In Brüsau, dem heute tschechischen Bezová nad Svitavou, lernte sie bei einer Tanzstunde ihren späteren Ehemann Hermann kennen. Im April 1937 heirateten die beiden, bald darauf wurden im Zweijahres-Abstand die drei Töchter Alice, Christine und Edda geboren. 1947 kam Sohn Hermann zur Welt. 1950 wurde die Familie der Gemeinde Dörfles zugeteilt. Kurz darauf erblickte Sohn Günther "als einziger Coburger" das Licht der Welt. Als sie ein Haus in der Sommerleite erwerben konnte, siedelte die siebenköpfige Familie 1965 nach Weitramsdorf um. Während Ehemann Hermann als Feuerungspolier arbeitete, versorgte Martha die Familie. Dann traf ein Schicksalsschlag die Familie: In der Ortsmitte verunglückte Hermann senior 1977 mit dem Mofa. Die niederschmetternde Diagnose: Querschnittslähmung. Anstelle ihres Mannes wird nun sie berufstätig, bei der Firma Albrecht: "Mit 62, wenn andere aufhören, habe ich angefangen", blickt die nun Hundertjährige zurück.
Als sie selber pflegebedürftig wurde, wusste sich die Mutter bei Edda in guten Händen. Ins Altersheim möchte Tobisch-Haupt nicht. "Dort sind ihr die Leute zu alt, sagt sie immer", berichtet Tochter Christine.
Fünf Kinder, zwölf Enkel, sechs Urenkel und drei Ururenkel: Auf diese große Schar ihrer Nachkommen kann die Jubilarin stolz sein. Das Wohlergehen ihrer Familie stellte die Hundertjährige stets in den Mittelpunkt. "Mama hat immer alles zusammengehalten", bestätigt Günther Tobisch-Haupt. bek