Älteren Mitbürgern bei Problemen zu helfen - das haben sich der Heßdorfer Seniorenbeirat und die Gemeinde auf die Fahnen geschrieben. Um zu wissen, wo der Schuh drückt, wurde im Mai unter allen zu diesem Zeitpunkt in der Gemeinde Heßdorf lebenden Personen, die 60 Jahre und älter sind, eine Umfrage durchgeführt, deren Ergebnis Bürgermeister Horst Rehder (BB) unlängst vorstellte. Er zeigte sich überrascht, dass 45 Personen der Einladung in die neue Aula der Grundschule gefolgt waren und sich rege an der Diskussion beteiligten.

"Da es sich bei den Heßdorfer Senioren um eine überschaubare Zahl handelt, wurde als Methode die Totalerhebung gewählt", erklärte Rehder. Der Abend wurde von Roland Sekatzek vom Heßdorfer Helfernetz eröffnet, und dem Bürgermeister standen noch die Vorsitzende des Seniorenbeirates, Christine Hartmann, sowie Heidi Schemel als Vertreterin des VdK im Seniorenbeirat zur Seite.

Raum für Bemerkungen

Ziel der Umfrage sollte sein, direkt bei den Betroffenen nachzufragen, wie sie leben, wie ihre Wünsche und Bedürfnisse aussehen, in welchen Bereichen die Gemeinde gut aufgestellt ist und wo sie sich noch verbessern kann. Zum Umfragezeitpunkt lebten in Heßdorf 964 Senioren ab Jahrgang 1958 und älter. Um die Anzahl der Fragebögen zu reduzieren, wurden Ehepaare und Lebensgemeinschaften nicht einzeln erfasst, sondern mit einem Fragebogen zusammengefasst, so dass 667 Fragebögen durch den Seniorenbeirat in den einzelnen Ortsteilen der Gemeinde ausgetragen wurden.

Der Fragebogen bestand aus insgesamt 19 Fragen, teils mit Unterfragen, die größtenteils durch Ankreuzen beantwortet werden konnten. Um Hintergründe zu erfahren, aber auch um Raum für Vorschläge und Bemerkungen zu lassen, wurden einige Fragen bewusst offen gestaltet.

Die Fragen reichten von allgemeinen Fragen zu Alter, Geschlecht und über die aktuelle bzw. gewünschte Wohn- und Betreuungssituation bis hin zur ehrenamtlichen Aktivität, Mobilität sowie Wünschen zu Freizeit- und sonstigen Angeboten.

211 ausgefüllte Fragebögen kamen zurück, was einer Rücklaufquote von 32 Prozent entspricht und vom Bürgermeister als guter Durchschnitt bezeichnet wurde. Nach der Auswertung sehen sich 22 Prozent der "60plus"-Generation als sehr gut versorgt. Allerdings wünschen sich 17 Prozent eine Verbesserung bei den Geschäften des täglichen Bedarfs und von Facharztpraxen.

Für eine bessere Mobilität plädierten 31 Prozent, Bürgermeister Rehder konnte vorläufig nur auf den Bürgerbus und den ÖPNV verweisen. Wie in vielen anderen Kommunen auch wünschen sich die Senioren vor allem einen Bäcker, Tante-Emma-Laden oder Dorfladen. Wenig Chancen sieht der Bürgermeister allerdings bei den Wünschen nach Fachärzten wie Orthopäde, Internist und HNO-Arzt oder Augenarzt. Den Wunsch nach einem gemütlichen Treffpunkt oder einem entsprechenden Raum könne die Gemeinde sicherlich ohne größeren Aufwand erfüllen. Beim Thema seniorengerechtes Wohnen erwähnte der Bürgermeister das geplante Wohnbaugebiet Heßdorf-Süd, in dem nicht nur die entsprechenden Wohnungen, sondern auch sozial geförderte Wohnungen entstehen werden.

Bestätigung und Hilfe

In den nächsten Wochen werden sich der Seniorenbeirat, das Helfernetz und nicht zuletzt der Gemeinderat mit dem Ergebnis beschäftigen. "Die Umfrageergebnisse helfen uns als Verwaltung und Gemeinderat bei künftigen Entscheidungen", sagte der Bürgermeister. Ein Stück weit fühle sich die Gemeindeverwaltung aber auch bestätigt in den bereits bestehenden Ansätzen und Angeboten zum sozialen Netz in der Gemeinde Heßdorf unter dem Motto "Zuhause alt werden".