Bernhard Panzer Weil die Entwicklungen an den beiden Herzogenauracher Grundschulen der Fraktion aus CSU und Junger Union Sorgen bereite, hatte man eine Anfrage formuliert. Im Kulturausschuss, so wurde gewünscht, sollten die Schulleiter aus Herzogenaurach und Niederndorf mit den Räten über eine mögliche Änderung des Schulsprengels diskutieren.

Die Schulleiter hatten sich für die Sitzung am Mittwochabend entschuldigen lassen. Aus Gründen der Corona-Pandemie wollten sie nicht persönlich teilnehmen, wie Bürgermeister German Hacker (SPD) ausrichtete. Informiert wurde dennoch, denn es wurde ein Schreiben von Heidi Forisch (Cunz-Reyther-Grundschule Niederndorf) und Susanne Schmid (Carl-Platz-Schule Herzogenaurach ) vorgelegt.

Das Ergebnis der Betrachtung der beiden Rektorinnen vorneweg: Eine Neugliederung des Schulsprengels ist im Moment nicht notwendig. Die Haltung sei glasklar, wie Hacker formulierte. Deshalb sei eine Debatte in der Sitzung, gemeinsam mit den Schulleitern, auch entbehrlich.

Das wiederum stieß bei den Verfassern der Anfrage auf Kopfschütteln. "Das ist nicht das, was wir wollten", sagte Sabine Hanisch (CSU). "Wir hätten uns eine Diskussion mit den Schulleitern gewünscht.". Und die hätte man auch im deutlich größeren Vereinshaus machen können. Oder man verschiebe die Beratung am besten auf später.

German Hacker, als SPD-Fraktionsvorsitzender selbst auch im Kreistag vertreten, wollte das nicht verstehen. "Im Kreistag dauert so etwas ein paar Sekunden", sagte er. Da werde eine schriftliche Antwort vorgelegt - fertig. Außerdem habe die Stadt den Brief noch vor der Sitzung ins Informationsportal eingestellt. "Das ist gelebte Praxis." Hanisch hatte zuvor kritisiert, dass die Informationen sehr spät gekommen seien.

Diese Diskussion zwischen CSU und Hacker ging noch eine Weile auf und ab. Hacker: "Sie hätten doch mit den Schulleitern sprechen können", Hanisch: "Wir hatten das Gespräch gesucht, es wurde abgelehnt." Letztlich ging es dann aber auch um die Sache.

Der Bürgermeister, und auch Verwaltungsleiter Gerhard Höfler, traten der in der Anfrage geäußerten Befürchtung entgegen, die Carl-Platz-Schule sei an ihrer Kapazitätsgrenze und Niederndorf bange um den Status als Schule mittlerer Größe. An der Carl-Platz-Schule sei beim Neubau des Pavillons deutlich mehr gebaut worden, als förderfähig war, sagte Höfler. Und Niederndorf habe derzeit 196 Schüler, das Maximum wären 224.

Gravierende Auswirkungen

Wenn man von der Zweizügigkeit auf eine Dreizügigkeit ausweiten wollte, und nichts anderes würde eine Sprengeländerung bewirken, dann bräuchte das neue Räume. "Die aber sind an der Carl-Platz-Schule ja schon gebaut", so Höfler. Außerdem: "Eine Änderung des Schulsprengels hätte gravierende Auswirkungen."

Auch Bürgermeister German Hacker meinte, die Aussage, Niederndorf kämpfe ums Überleben, sei schon zehn Jahre alt. Das gelte schon lange nicht mehr und sei eh falsch gewesen. Die damalige Diskussion drehte sich um etwas anders, es ging nämlich um eine Stelle.

Renate Schroff (SPD), die beruflich selbst Lehrerin war, erinnerte, dass es diese Diskussion seit Jahrzehnten gebe. Es sei gut, dass man nie auf den Wunsch vereinzelter Eltern eingegangen sei. Höfler ergänzte noch, dass alle paar Jahre diesbezüglich eine Anfrage an den Stadtrat käme. "Man kann doch nicht immer die Rektoren einladen."

In ihrer Stellungnahme hatten auch die beiden Schulleiterinnen verdeutlicht, dass Sorgen unbegründet seien. So würden die Schülerzahlen der folgenden fünf Jahre der Grundschule Niederndorf zusichern, "eine Schule mittlerer Größe zu bleiben". Für eine Vergrößerung würden außerdem die nötigen Räume fehlen. "Anders als im vorliegenden Schreiben der CSU-Fraktion angegeben, stößt die Grundschule Herzogenaurach gemäß der aktuell vorliegenden Schülerzahlen bis 2025 nicht an ihre Kapazitätsgrenze", heißt es in dem Brief weiterhin.

Ausführlich beantwortet wurde auch eine zweite Anfrage der Fraktion. Hier ging es um die digitale Ausstattung der Herzogenauracher Schulen, insbesondere im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Alle Informationen hierzu sind im Bürgerinfoportal der Stadt gelistet.