Die Jahreshauptversammlung des Affalterthaler Schützenverein im Gasthaus der Familie Dietel verlief harmonisch und kurz. Die Rückblicke zeugten davon, dass der Vorstand engagiert und verantwortungsbewusst gehandelt hat. Und trotzdem fanden neben dem vierköpfigen Vorstand nur sieben Vereinsmitglieder den Weg zur Versammlung.

"Der harte Kern", konstatierte die Vereinschefin "Melli" Beetz. Der harte Kern, das sind vor allem die Familien Dietel und Beetz, die diesen Verein mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit am Leben erhalten - trotz 40-jährigem Vereinsjubiläums im vergangenen Herbst, welches man zusammen mit dem Heimatverein durchgezogen hatte.

Am Weihnachtsschießen nahmen sogar 60 Bürger teil, meinte die Vereinschefin stolz, trotzdem gibt es im Verein nach Schätzung des Schützenmeisters Johannes Krones "maximal zehn Schützen, die aktiv sind", wovon fünf eine erfolgreiche Luftpistolenmannschaft (Gauoberliga) bilden.

Dem Schützenkönig Heinz Seitz verlieh der Verein die Schützenkette nach dem Weihnachtsschießen, das Horst Bezold gewonnen hatte. Die Vereinsmeisterschaft mit der Luftpistole gewann Thorsten Schliffka, der auch den Wanderpokal gewann. Vereinsmeister mit der Sportpistole wurde Philipp Beetz. Es gibt noch eine Scharfschussmannschaft, berichtete Krones, die im zweiwöchigen Turnus auf der Anlage in Waidach zugange ist. Da sind auch Polizisten und Jäger mit dabei, die mit ihren Dienstwaffen üben. Auch Nichtmitglieder können als Gäste probehalber daran teilnehmen. Die Waffen werden vom Verein gestellt.

Neben den Mitgliederproblemen hat der Schützenverein auch Probleme mit seinem Schützenhaus, das sich im Keller des Mehrzweckhauses befindet. Vor allem die Heizung verursacht Sorgen. Beetz findet es ungerecht, dass der Verein fast ein Drittel der gesamten Haus-Unkosten, rund 700 Euro im Jahr, tragen soll. Auch das "Dörreshaus", das mit dem Mehrzweckhaus zusammengebaut ist, gehört dazu, obwohl die Schützen dort überhaupt nicht zugange sind. Gespräche mit dem Bürgermeister sollen daher folgen mit dem Ziel, den Anteil für die Schützen zu senken.

Ein weiteres Problem sind die im letzten Jahr erhöhten Beiträge an den Bayerischen Sportschützenbund. Rund 1300 Euro muss der Verein jedes Jahr zahlen, obwohl die allergrößte Mehrheit der Vereinsmitglieder keine aktiven Schützen sind.

Einen Beweis für die engagierte Vereinsarbeit leistet der Vorstand selber: Er hat über den Winter den Schießraum in Eigenregie und nach den neuesten Regeln und Vorschriften umgebaut und saniert. Nachteil der neuen Regeln: Alles aus Holz muss aus dem Raum, was für den Sportverein bedeutet: Alle Schützenscheiben der letzten 40 Jahre dürfen dort nicht mehr an den Wänden hängen. Der Schützenverein bietet seinen Mitgliedern an, alle Scheiben an die früheren Spender und Besitzer zurückzugeben. löw