Andreas Dorsch

Einen Hauch von Winter hat es heuer Anfang Dezember schon gegeben, als auch das Flachland für einige Tage mit einer dünnen Schneedecke überzogen war. Im Dezember vor zehn Jahren versank dagegen der Landkreis Erlangen-Höchstadt - wie übrigens ganz Deutschland - in Bergen von Schnee.

Es dauerte damals einige Tage, bis sich die Menschen an Aisch und Aurach mit der weißen Pracht arrangiert hatten. Obwohl im Dezember 2010 noch kein Corona-Virus grassierte, durften die Schüler zu Hause bleiben. Kulturveranstaltungen wurden abgesagt, wie das große Konzert des Heßdorfer Singkreises in der Seebachhalle. Der Grund: Die Schneemassen auf dem Dach waren den Verantwortlichen zu mächtig, es hätte unter der Last bersten können. Überhaupt forderte das Landratsamt die Kommunen auf, ihre Hallendächer sicherheitshalber vom Schnee zu befreien.

Die Kinder wussten mit der weißen Pracht am besten umzugehen, die Räumdienste hatten da erheblich mehr Schwierigkeiten. Wohin mit den Schneemassen? In Höchstadt und den umliegenden Gemeinden wurde das Streusalz knapp, Nachschub war frühestens im März zu bekommen. In Adelsdorf gerieten Nachbarn aneinander und schaufelten sich gegenseitig Schneeberge zu.

Eine vorübergehende kurze Schneeschmelze ließ die Aisch eineinhalb Meter ansteigen und flutete tiefer gelegene Anwesen. Bis zum Jahresende übernahm der Winter noch einmal das Regiment.