bernhard Panzer

Völlig überraschend hatte der Stadtrat Ende November den Satzungsbeschluss für das neue Wohngebiet in der Reuth gestoppt. Die Mehrheit schloss sich, angetrieben durch die CSU-Fraktion und unterstützt von drei Mitgliedern der Grünen aus der Gestaltungsmehrheit des Bürgermeisters, einem Einwand der Anwohner an, die Verwaltung musste nachsitzen (der FT berichtete ausführlich).

Das Planungsamt hat seine Hausaufgaben gemacht und dem Stadtrat unterdessen mehrere Kompromissvorschläge unterbreitet. Darüber ist, wie Bürgermeister German Hacker (SPD) auf Anfrage des FT mitteilt, in nichtöffentlicher Sitzung bereits abgestimmt worden. Die gefundene Lösung - sie war mehrheitlich, ohne die Stimmen der CSU - wird dem Gremium nun erneut vorgelegt, und zwar in öffentlicher Sitzung. Bevor der Stadtrat das Baugebiet dann auf den Weg schicken soll, ist zunächst der Planungsausschuss an der Reihe. Der tritt am kommenden Mittwoch zusammen.

Allerdings wird das Verlangen der Nachbarn, bei drei Häusern Abstriche in der Gebäudehöhe zu machen und weniger Vollgeschosse vorzusehen, nicht erfüllt. Grundsätzlich werde an der städtebaulichen Konzeption festgehalten, heißt es im neuen Erläuterungstext der Verwaltung. Das Konzept sieht an der Grenze zur bestehenden Wohnbebauung Mehrfamilienhäuser mit Staffelgeschossen vor, und so bleibt es auch. Es bleibt also bei den drei Vollgeschossen plus Staffel.

Der erzielte "Kompromiss ", wie es Bürgermeister Hacker bezeichnet, bezieht sich auf ein großes Gebäude auf Höhe der Gerhart-Hauptmann-Straße. Dieses wird nun weiter von der Nachbarschaft abgerückt, zwei Meter genau, und auch das Staffelgeschoss rückt etwas weiter nach hinten - um eineinhalb auf dann drei Meter. Somit rückt das Gebäude, das laut Hacker ohnehin schon einen großen Abstand zur bestehenden Wohnbebauung hat, noch einmal deutlich ab, der Abstand beträgt jetzt 16 Meter zur Grundstücksgrenze und 21 Meter zum nächsten Nachbarhaus in der Gerhart-Hauptmann-Straße.

In der Erläuterung der Verwaltung heißt es unter anderem: "Das rückspringende Maß von drei Metern entspricht einer vollen Geschosshöhe, so dass der wahrnehmbare Baukörper aus östlicher Sicht auf die unteren drei Vollgeschosse reduziert wird." Bürgermeister Hacker: "Das ist nicht mehr unterscheidbar".

Die beiden anderen, von den Nachbarn in einem weiteren Einwand kritisierten Häuser, sollen von Veränderungen unberührt bleiben. Hier habe man bereits einen deutlichen Abstand zur Wohnbebauung, in diesem Fall die Lessingstraße.

CSU bleibt hart

Von einem Kompromiss mag jedoch nicht Jeder im Stadtrat sprechen. CSU-Fraktionsvorsitzender Walter Drebinger zeigte sich enttäuscht über das Abstimmungsverhalten. Seine Fraktion werde weiterhin auf eine Reduzierung der Vollgeschosse drängen, sagte er am Donnerstagnachmittag auf Anfrage des FT. Drei Vollgeschosse ohne Sattel laute die Forderung.

Drebinger befürchtet, dass der Sattel nach der jetzigen Korrektur zwar möglicherweise optisch nicht mehr so sehr ins Auge falle, aber dennoch störend wäre. Denn dort böte sich dann eine Dachterrasse an, auf der eifrig Partys gefeiert werden könnten, meint der CSU-Politiker. Ob das dann besser ist für die Nachbarn, wolle er bezweifeln. Seine Fraktion werde auch der Änderung nicht zustimmen.