Die Gemeinderatsfraktionen von CSU-FWG, FW und SPD kämpfen weiter um das geplante Gewerbegebiet "Himmelkron-Nord". Bei einem Ortstermin hat man nun die beiden Landtagsabgeordneten Martin Schöffel (CSU) und Rainer Ludwig (FW) um Unterstützung gebeten.

Dabei bekamen auch die Vertreter der Firmen Juratherm (Bayreuth) und "Auto und Teile" (Himmelkron), Florian Friedel und Andreas Woller, Gelegenheit, ihre Pläne vorzustellen. Beide Betriebe wollen sich im geplanten Gewerbegebiet niederlassen.

Mehrheit in Bürgerentscheid

Bürgermeister Gerhard Schneider (CSU) machte deutlich, dass die weitere gewerbliche Entwicklung Himmelkron seit Jahren ein Thema ist. Dabei verwies er auch auf den Bürgerentscheid 2019, bei dem sich eine Mehrheit für die Weiterverfolgung des Gewerbegebiets "Himmelkron-Nord" ausgesprochen habe.

Wichtig für den Gemeinderat sei die Klärung der Frage gewesen, wie sich die Verkehrsprobleme in diesem Bereich lösen lassen. Mit Unterstützung des damaligen Verkehrsministers Hans Reichardt sei eine Lösung in Form eines Verkehrskreisels gefunden worden. Das Staatliche Bauamt habe seine anfänglichen Bedenken inzwischen zurückgestellt. Die Behörde habe die Empfehlung ausgesprochen, mit dem Kreisel gleich einen Bypass in das geplante Gewerbegebiet zu legen.

Für die Freien Wähler hoffte Manuel Gumtow, dass es "hoffentlich bald" weitergehen wird. "Die Erschließung ist geklärt, das Projekt soll nicht über einen Großinvestor laufen." Ihm sei auch wichtig, "dass wir zwei tolle Firmen an der Hand haben, die aktiv etwas gegen den Klimawandel tun".

Man sei auch ein Stück weit verpflichtet, die Arbeitsplätze nicht nur für Himmelkron, sondern für die ganze Region zu schaffen, um der Abwanderung in die Ballungszentren entgegenzuwirken.

Für die SPD-Fraktion verwies Ottmar Schmiedel darauf, dass die beiden interessierten Unernehmen hochwertige Arbeitsplätze schaffen. "Ich hoffe, dass es nicht die unendliche Geschichte wird, sondern dass wir dann doch irgendwann weiterkommen."

Sebastian Herrmann (CSU) hielt es für wichtig, dass die beiden Firmen einen Anker für das geplante Gewerbegebiet setzen. "Wir lösen auch die verkehrliche Situation, denn viele haben ja immer wieder live erlebt, zu welchen Situationen es kam."

"Himmelkron ist einer der attraktivsten Gewerbestandorte, die wir in Oberfranken haben", sagte MdL Martin Schöffel. Die Verkehrsanbindung sei optimal. Der Abgeordnete wies auf das Oberziel der Planungsregion Oberfranken-Ost hin, sich in der Zukunft so zu entwickeln, dass die Einwohnerzahl nicht ständig weiter absinkt. Es sei begrüßenswert, wenn Unternehmer in der Region investieren und für junge Leute attraktive Arbeitsplätze bieten. "Wir brauchen dringend Gewerbe- und Industrieflächen, die überall rar sind, aber in Himmelkron gut erschlossen sind", so Schöffel. Beiden mittelständischen Firmen bescheinigte er, innovative Arbeitsplätze zu schaffen.

MdL Rainer Ludwig unterstrich die Ausführungen seines Landtagskollegen. Er wies darauf hin, "dass wir als Landespolitiker auf die Planungshoheit einer Gemeinde wenig Einfluss nehmen dürfen". Die Entscheidung über die Ausweisung eines Gewerbegebiets sei im Gemeinderat demokratisch getroffen worden. Himmelkron sei ähnlich wie Thurnau ein prädestinierter Gewerbestandort an der Autobahn. Diesen Vorteil gelte es auch entsprechend zu nutzen. Für wichtig hielt Ludwig auch, Ökonomie und Ökologie bei dem Gewerbegebiet unter einen Hut zu bringen.