In Coburg standen in der Zeit vom 6. September bis zum 6. Oktober fünf Klaviere an gut frequentierten Stellen im Freien allen Musikbegeisterten zur Verfügung. Eines dieser Klaviere wurde am vergangenen Mittwoch an die Vhs (Volkshochschule Coburg Stadt und Land) übergeben. Wie Oliver Heß (Vhs-Fachbereichsleitung Kultur) und Helgard van Sein (Leiterin Deutsch-Plauderstunde - Biwaq-Projekt) mitteilten, wurde das Klavier in die Vhs-Cafeteria gestellt, um interessierten Menschen, zum Beispiel Teilnehmern der Deutsch-Plauderstunde, die Möglichkeit zu geben, sich hier musikalisch zu erproben. Beide berichteten, dass das Plauderstunden-Mitglied Haue Bilami sich über Youtube selbst das Klavierspielen beibringe und regelmäßig in der Cafeteria auftauche, um zu üben. "Ab und zu setzt sich auch unser Hausmeister Gerhard Köhn ans Klavier und spielt ,Freude schöner Götterfunken‘", freute sich Heß.

Uwe Peter, Vorsitzender des Sängerkreises Coburg-Kronach-Lichtenfels des Fränkischen Sängerbundes, unterstrich, dieses Projekt "Spielzeit" sei auf Anregung des Sängerkreises entstanden. Am Coburger Marktplatz, am Albertsplatz, im Bahnhof, an den Arkaden und im Palmenhaus hätten die Klaviere ihren Platz gefunden und seien von Jung und Alt fröhlich genutzt worden. Meistens sei es auch ein musikalischer Genuss gewesen. Gelegentlich hätten sich vorwiegend Kinder an ein Klavier gewagt und sich und das Klavier ausprobiert. Die Klaviere wurden von Gruppen, zum Beispiel dem Juz-Domino, und Einzelkünstlern besprüht und bemalt. So hat die Designerin und Künstlerin Gisela Pröls-Beck das jetzige Vhs-Klavier am Güterbahnhof geschliffen und neu bemalt. Ganz nach der Tastenfarbe, schwarz & weiß, ziert das Musikinstrument jetzt ein Zebra und auf der Innenseite des Tastendeckels ist die Coburger Veste mit gelbem Hintergrund zu sehen. Peter wies darauf hin, dass der Sängerbund sich mit Freude diesem Projekt gewidmet habe. Auch für das kommende Jahr 2020 sei ein ähnliches Projekt geplant. Dazu brauche es lediglich fünf Spenden von spielfähigen Klavieren und einiger Künstler, die sich bereit erklärten, die Klaviere entsprechend ihres Geschmacks zu gestalten. Pröls-Beck, die auch das Geschäft "Feuerwerk" in der Judengasse leitet, würde sich im kommenden Jahr bereit erklären, zusammen mit Jugendlichen ein Klavier neu zu gestalten. Wie Pröls-Beck weiter mitteilte, werde sie ihr Geschäft zum 24. Dezember schließen, um es dann im neuen Jahr mit neuem Angebot wieder zu eröffnen. Einige der restlichen vier Klaviere wurden von den Künstlern Anera Thamardt und Johannes Tietze und dem Juz umgestaltet.