Andreas Lösch Die Haßberg-Kliniken hängen immer noch am Tropf - ohne die Zuschüsse des Kreises Haßberge wäre das Kommunalunternehmen nicht überlebensfähig, auch im laufenden Jahr nicht: Für 2018 ist laut der Finanzbuchhaltung der Kliniken ein Defizit in Höhe von rund 3,3 Millionen Euro zu erwarten. Das berichtete Kreiskämmerer Marcus Fröhlich am Montag vor dem Kreisausschuss des Landkreises.

Nachdem für heuer bereits 2,3 Millionen Euro Defizit durch den Landkreis ausgeglichen worden waren, bewilligte der Ausschuss noch einmal einstimmig weitere 473 900 Euro Betriebskostenzuschuss. Kreiskämmerer Fröhlich erklärte dem Gremium, dass sich die Lage bei dem Kommunalunternehmen langsam entspanne, zumindest was die Entwicklung der Verluste seit 2012 betrifft. "Es ist vielleicht ein bisschen zu früh, von einer Trendwende zu sprechen. Aber ich denke schon, dass wir den Peak erreicht haben", sagte er. Mit Beginn der finanziellen Schieflage 2012 (Defizit rund 282 000 Euro) steigerten sich die Verluste jährlich: 2013 waren es rund 1,38 Millionen, 2014 rund 1,91 Millionen, 2015 schon fast drei Millionen, im Jahr darauf 3,87 und 2017 gar 4,17 Millionen Euro minus. Weil der Landkreis die Verluste einkalkuliert habe, gibt es durch die Zuschüsse (zu denen der Landkreis als kommunaler Gesellschafter verpflichtet ist, weil er die medizinische Grundversorgung gewährleisten muss) "keine Probleme" für den Kreishaushalt, sagte Fröhlich.

Förderrichtlinien erfüllt?

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Kreisrat Holger Baunacher erkundigte sich, ob bereits die Rahmenbedingungen für die möglichen staatlichen Zuschüsse für die defizitäre Geburtsklinik feststehen. Landrat Schneider sagte, dass es noch keine schriftliche Zusage für die Zuschüsse seitens der bayerischen Staatsregierung gebe und dass es eng werde, die Kriterien für 2018 zu erfüllen. Landtagsabgeordneter Steffen Vogel, der als Mitglied des Gesundheitshausschusses des Landtages für das "Zukunftsprogramm Geburtshilfe" geworben hatte, erklärte aber, dass die Kriterien bereits 2016 erfüllt wurden, das reiche aus, um das Fördergeld zu erhalten. Es müsse nur noch der bayerische Staatshaushalt aufgestellt werden.