In einem feierlichen Gottesdienst in Verklärung Christi, der Kirche auf Burg Feuerstein, wurde Pfarrer Norbert Förster von Domkapitular Peter Wünsche, Leiter des Seelsorgeamts der Erzdiözese Bamberg, zum neuen Jugendpfarrer, Vorsitzenden der Stiftung Jugendhaus Burg Feuerstein und "Rector Ecclesiae" ernannt. Neben diesen Ämtern fungiert Förster auch als Präses im Bund der Katholischen Jugend (BDKJ) im Erzbistum Bamberg.
Nach dem Verlesen der von Erzbischof Ludwig Schick ausgestellten Ernennungsurkunde geleitete Wünsche den Pfarrer zu seinem Sitz am Altar, setzte ihn als Gottesdienstleiter ein, überreichte ihm später das Evangelium zur Verkündigung, führte ihn nach der Predigt zur Eucharistie an den Altar und überantwortete ihm an deren Ende den Schlüssel zum Tabernakel, wo nach katholischem Verständnis das Allerheiligste aufbewahrt wird.


Symbolischer Schlüssel

Am Ende des Gottesdienstes bekam der Amtseingeführte vom Leiter der Jugendburg, Peter Kaulen einen eigens in der afrikanischen Partnergemeinde Thies, durch einen Schmied für ihn angefertigten symbolischen Schlüssel sowie den mit der Aufschrift "Gottes Bodenpersonal" versehenen "echten" Gebäudeschlüssel in die Hand gedrückt.
Zunächst einmal erläuterte aber Wünsche bei der Begrüßung der Gemeinde, was "Rector Ecclesiae" bedeutet - nämlich "Kirchenrektor". Dieser Begriff, so Wünsche, werde bei Kirchen mit einer besonderen Funktion verwendet, was bei der Burg Feuerstein, der Bildungseinrichtung für Kinder und Jugendliche mit ihren drei Kirchenräumen - Oberkirche, Unterkirche und Krypta - der Fall sei.
Die Aufgabe des Rector Ecclesiae in der Burg Feuerstein bestehe darin, sich um die Belange der Kirche zu kümmern, Gottesdienste zu halten, etwas vom Geist Gottes spürbar zu machen und ein Klima der Begegnung der Menschen untereinander und zu Gott zu ermöglichen.
"Tief bewegt stehe ich jetzt als neuer geistlicher Leiter vor Ihnen und freue mich auf die neue Aufgabe, mit Ihnen Gemeinde zu sein und mit Ihnen die Botschaft Jesu herauszutragen zu den Menschen und in unserer Mitte zu feiern", wandte sich Förster an die Gottesdienstbesucher. Er bat die Gemeinde in Anlehnung an das Tagesevangelium nach Matthäus, ihm "77 Mal zu vergeben", wenn ihm am Anfang seiner Dienstzeit ein Fehler unterlaufe, denn schließlich machten auch Pfarrer Fehler.
Die Menschen besuchten die Burg Feuerstein, so Domkapitular Peter Wünsche weiter, um ihren Alltag zu unterbrechen und um sich für neue Erfahrungen miteinander und mit Gott zu öffnen. Hier lernten sie Kirche als einen anderen Ort, einen Ort der Unterbrechung kennen. Hier begegneten Sie Gott in seinem Wort, in der Gemeinschaft, im Dialog und im gemeinsamen Mahl. Hier könnten sie Abstand finden und sich neu ausrichten.
Dabei sei die Burg Feuerstein gleichermaßen ein Ort der Tradition und ein Ort, an dem Kirche neu, ansprechend und modern erlebt werden könne. Zwar sei sie keine Pfarrkirche, aber dennoch "so etwas wie eine feste Gemeinde".