Eine volle Agenda hatte der Mainleuser Gemeinderat am Montag abzuarbeiten. Beherrschendes Thema war die Umplanung der Umgehung Rothwind-Fassoldshof entlang der B 289, über die auch in der Bürgerversammlung am Dienstagabend gesprochen werden sollte. Konstantin Starke vom Staatlichen Bauamt Bamberg stellte das vom Bund finanzierte Projekt vor, das nicht alle Gemeinderäte uneingeschränkt begrüßten.

"Nach der ersten Planung kristallisierten sich zwei Kernbereiche heraus, die Einwendungen ergaben", erklärte Starke. Zum einen sei dies eine Reduzierung der geplanten Dammhöhe südlich von Mainroth gewesen, zum Zweiten die Verlegung der Bahnüberführung am Mühlweg südlich von Rothwind. "Durch die Umplanung konnten wir diesen Einwendungen entsprechen", erklärte Konstantin Starke. Der Mainradweg bleibe erhalten, und naturschutzfachlich handele es sich bei der zu bebauenden Fläche um keinen hochwertigen Bereich. Weiterhin würden Ausgleichsmaßnahmen für Feldvögel in erreichbarer Nähe durchgeführt.

Gemeinderatsmitglied Sebastian Türk (CSU) kritisierte, dass mit der neuen Variante der direkte Zugang zum Maintal für viele Bürger verwehrt werde und einfach einen Umweg von 1,5 Kilometern ausmache. Markus Oppelt (FW) hingegeben begrüßte die Umplanung, da die Bürger, die bislang an der Brücke waren, entlastet würden. Das staatliche Bauamt wird nun anhand der Umplanung bis Mitte 2022 ein neues Planerstellungsverfahren einleiten.

Als nächster Punkt stand die Ersatzbeschaffung einer Tragkraftspritze für die Feuerwehr Wüstenbuchau-Bechtelsreuth auf der Tagesordnung. Für die alte Pumpe gebe es keine Ersatzteile mehr. Der Beschluss für die Anschaffung einer solchen Pumpe erging ebenso einstimmig wie die Ernennung von Romina Eichner zur neuen Standesbeamtin.

Eine weitere Personalie, die in der öffentlichen Sitzung behandelt wurde, war die von Marktgemeinderat Detlef Weißmann (SPD). Aus gesundheitlichen Gründen bat dieser um Niederlegung seines Mandats zum 30.10.2021. Bürgermeister Robert Bosch (CSU) dankte Detlef Weißmann für 25 Jahre ehrenamtlichen Dienst an der Gemeinde. Listennachfolger der SPD ist Timo Schneider.

Auch die Auswirkungen von Hochwasser wurden am Montagabend thematisiert, konkret die Kostenerhebung für Hochwassereinsätze der Feuerwehr aufgrund von extremem Starkregen am 7. Juni im Markt Mainleus (Schwerpunkt Danndorf). Die abrechenbaren Einsatzkosten liegen bei circa 4500 Euro. Der Marktgemeinderat beschloss aufgrund des Gleichbehandlungsgrundsatzes nach Art. 3 GG, die Einsatzkosten für die Einsätze der Feuerwehren bei dem genannten Starkregenereignis nicht zu erheben. Weiterhin wurde die Hundesteuersatzung aufgrund einer neuen Mustersatzung des Staatsministeriums aus Gründen der Rechtssicherheit angepasst. Unter anderem wurde die Steuer in Höhe von 30 Euro für den Ersthund belassen, die Steuer für den zweiten Hund soll 60 Euro und für jeden weiteren Hund 90 Euro betragen.

Mit Mehraufwendungen in Höhe von 491 817,84 Euro ging das Großprojekt "Sanierung und Modernisierung der bestehenden Wohnanlage mit Integrationsprojekt Hornschuchhausen" in die Abschlussphase. Durch unvorhersehbare Arbeiten und Änderungen, darunter etwa die Neuanlage des Biergartens mit Lärmschutzwand, die Turmuhrensanierung, ein starker Holzschwammbefall, die Altlastsanierung samt Dämmung sowie Bodenausgleichsmaßnahmen, hätten zu dem Mehrkostenaufwand von 4,3 Prozent der Gesamtinvestitionssumme von 11,327 Millionen Euro geführt.

Im Rahmen der Städtebauförderung wurde am Montagabend schließlich noch die Vergabe zur Konzepterstellung im Rahmen der Fortschreibung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (Isek) beschlossen. Die Bietergemeinschaft DNR, Leipzig und CIMA Beratung + Management GmbH, Forchheim, die mit 37 450 Euro brutto das wirtschaftlichste Angebot abgegeben haben, werden mit der Konzepterstellung beauftragt. "Wir haben bereits 2014 erstmals ein Isek beauftragt und schon gehandelt", erklärte Bürgermeister Robert Bosch. In der Neuausrichtung solle das aktuelle Isek überprüft werden, es gehe beispielsweise um noch mehr Klimaschutz und die Erfassung und Analyse der vorhandenen Potenziale. Der Förderantrag sei gestellt.

Ähnlich wie für den Markt Mainleus soll es auch künftig ein Konzept für die Gemeindeentwicklung in allen Ortsteilen geben - quasi ein Isek auf ländlicher Ebene. Der Schwerpunkt solle auf ökologische und klimatechnische Belange ausgelegt werden. "Sicher wird es hier Schnittpunkte geben, und wir wünschen uns viel Bürgerbeteiligung", sagte Bürgermeister Bosch. Die soll im Rahmen einer Auftaktveranstaltung, durch Planungsspaziergänge und Dorf- sowie Themenwerkstätten und Zwischenabstimmungen realisiert werden.