Um dem Bürgerbegehren "Schutz des Maintals unterhalb des Vierzehnheiligener Bergs" Nachdruck zu verleihen, postierten sich Naturschützer anlässlich der BR-Radltour mit zahlreichen Transparenten vor dem Kurpark und warben für weitere Unterschriften der einheimischen Bevölkerung.

25 500 Quadratmeter groß

Mit dem Beschluss des Stadtrates vom Februar dieses Jahres hat der Stadtrat den Weg freigemacht, ein fünf Hektar großes zur Zeit landwirtschaftlich genutztes Feld in ein Gewerbegebiet umzuwandeln, um darauf zwei riesige Logistikhallen mit einer Gesamtfläche von 25 500 Quadratmetern nebst Rangier- und Abstellflächen sowie einer eigenen Zufahrtsstraße für zahlreiche Lkw der Speditionsfirma CS Trans aus Grundfeld zu ermöglichen.

Anton Reinhardt, Kreisvorsitzender des Bund Naturschutz, hob hervor, dass das Bauvorhaben im Außenbereich liege. Das Areal gehöre zu einem äußerst sensiblen Landschaftsabschnitt des Vierzehnheiligener Berges, der noch weitgehend durch Wiesen, Wäldchen und Äcker geprägt sei. Reinhardt mahnte: "Wir sollten diese kleinräumig strukturierte Landschaft bewahren, wofür Bad Staffelstein und unser Landkreis auf jeder Fremdenverkehrsmesse werben, und nicht dieselben Fehler wie andere Kommunen machen, um erst danach schmerzlich zu bedauern, was man verloren hat: nämlich ein weiteres Stückchen seiner lieb gewonnenen Heimat!"

Klaus Stürmer aus Altenbanz wies auf den galoppierenden Flächenverbrauch im Landkreis und den Verlust landwirtschaftlicher Fläche hin: "Auf Hallenböden wachsen nun mal keine Kartoffeln!"

Werner Freitag, Stadtrat der SBUN, richtete einen Appell an die Staffelsteiner: "Wir haben jährlich über 600 000 Übernachtungsgäste in unserem Stadtgebiet. Die wollen sich bei uns wohlfühlen und schätzen eine intakte Landschaft, ganz besonders im Umfeld unserer touristischen Highlights."

Valentin Motschmann, Kreisrat von Bündnis 90/Die Grünen, und Ute Hauptfleisch vom BN wollen auf jeden Fall möglichst viel vom sogenannten "Gottesgarten" retten. Sie meinten: "Gerade im Gebiet zwischen Lichtenfels und Grundfeld ist mit Autobahn, Eisenbahn und einem riesigen Gewerbegebiet auf Lichtenfelser Seite bereits viel Fläche versiegelt."

Riesige Immissionsbelastung

Michael Endres, Anwohner an dem neuen Gewerbegebiet, war mit seiner Familie emsig am Unterschriftensammeln fürs Bürgerbegehren; denn er sehe die Gefahr einer riesigen Immissionsbelastung für sein Wohngebiet auf sich zukommen und warnte: "Wir werden derzeit schon von drei Seiten mit Lärm belastet. Sollte die vierte Seite wie geplant bebaut werden, ist mit enormen gesundheitlichen Gefahren für alle Bewohner der Bürgermeister-Meißner-Straße zu rechnen." red