Am kommenden Samstag kann ein Untersteinacher Urgestein Geburtstag feiern: Heiner Beyer wird am 17. Oktober 75 Jahre.

Von "alt" kann man in diesem Fall beileibe nicht sprechen. Der Jubilar ist bis heute aktiv und jeden Tag im Dienste der Allgemeinheit unterwegs. Seit Beginn des Lockdowns Mitte März kann man ihn jeden Tag beim Orgelspiel in der St.-Oswald-Kirche antreffen. Bereits 50 Jahre ist er dort als Organist und Kirchenmusiker tätig. Seit 1967 leitet der pensionierte Hauptschullehrer den Kirchenchor, ab 1969 zusätzlich den Männerchor und seit 1976 - nach der Fusion der beiden Chöre - den Gesangverein 1864 Untersteinach.

Heiner Beyer wurde fünf Monate nach Ende des Zweiten Weltkriegs geboren und ist in den kargen Nachkriegsjahren aufgewachsen. Er hatte das Glück, 1954 das Klavierspiel erlernen zu dürfen, und hat es darin zu so viel Perfektion gebracht, dass die Musik zu einem wichtigen Standbein seines Lebens geworden ist. Nach dem Studium an der Kirchenmusikschule Bayreuth - parallel zur Lehrerausbildung - wurde er in seinem Heimatort Chorleiter und Organist.

Vergleich mit dem "Kaiser"

Im Scherz vergleicht er sich manchmal mit Franz Beckenbauer, der im gleichen Jahr geboren wurde. Während dieser zum "Fußballkaiser" Deutschlands aufstieg, bezeichnete ein Dozent der Universität Bayreuth Heiner Beyer einmal als "Musikpapst".

Hohe Auszeichnungen

Auszeichnungen blieben da natürlich nicht aus: 1990 erhielt Heiner Beyer die Bürgermedaille der Gemeinde Untersteinach, 1996 das Ehrenzeichen für Verdienste im Ehrenamt vom Bayerischen Ministerpräsidenten, 2010 die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, außerdem Ehrennadeln des Fränkischen Sängerbundes für langjährige Chorleitertätigkeit.

Urlaub macht der Jubilar eigentlich nicht. Und wenn doch, am liebsten zu Hause. Bis auf einige kurze Unterbrechungen hat er Untersteinach nicht verlassen.

Heiner Beyer bittet darum, in dieser Corona-Zeit von Gratulationsbesuchen Abstand zu nehmen. 75 Jahre sind seiner Ansicht nach auch kein Grund, um Aufsehen zu erregen. Deswegen wird er sich an diesem Tag irgendwo in Quarantäne begeben, vermutlich bei einer "seiner" Orgeln, und wie jeden Tag die Klaviatur und die Pedale betätigen - zur Ehre Gottes. Später wird er daheim sicherlich auch einmal kurz in sich gehen, zurückblicken und bei einem Glas guten Rotweins auf weitere erfolgreiche Jahre in Gesundheit hoffen. Die Redaktion wünscht ihm dafür alles Gute. hd