Durch die Folgen der Corona-Pandemie leiden einige Mitmenschen finanzielle Not. Andere leiden vielleicht weniger materiell, dafür aber beispielsweise an der Absenz von Kultur. Anwohner der Anna-Maria-Junius-Straße im Stadtviertel "Mayer'sche Gärtnerei" setzten am vergangenen Samstag ein Zeichen gegen beide Defizite. Sie organisierten in Absprache mit Ordnungsamt und Polizei ein Open-Air-Benefizkonzert für in finanzielle Not geratene Mitbürger.

Passend zur Vollmondnacht präsentierten sie unter dem Titel "A Tribute to the Moon" Musik und Literarisches zum Erdtrabanten. Sängerin Heike Schmitt lud mit Trompeter Jochen Schmitt, Kontrabassist Mátyás Németh und Pianist Johannes Klehr drei Musiker ein, denen es hörbar große Freude bereitete, das umfassende musikalische Programm nuancenreich zu arrangieren und darzubieten.

Von Schubert bis Soul

Lieder von Franz Schubert bis Kurt Weill, gepaart mit Songs aus Jazz und Soul inszenierten im Wechsel mit Gedichten und Texten von Eichendorff bis Tucholsky ein farbenreiches und differenziertes Tableau. 100 im Rahmen der Corona-Auflagen registrierte Gäste genossen die Musik, die Literatur und die besondere Atmosphäre, berichten die Veranstalter. Beeindruckt zeigten sie sich auch vom bürgerschaftlichen Engagement der Anwohner des Straßenzugs. Diese - durch das "Bella Ciao-Video für Italien" mittlerweile international bekannt - organisierten die gesamte Veranstaltung in nachbarschaftlichem Engagement und machten so deutlich, dass eine Gesellschaft vom Miteinander lebt. In der Spendenbox fanden sich am Ende über 1300 Euro. Einziger Wermutstropfen des Abends: Der wolkenverhangene Hauptdarsteller zeigte sich erst nach Ende des Konzerts. red