Zur Mobilfunk-Diskussion in Mainleus wird uns geschrieben: Wer noch Zweifel daran gehabt hätte, dass Mobilfunkstrahlung eine Gefährdung für unsere Gesundheit darstellt, dem wären sie am Wochenende beiseite geräumt worden. In Mainz fand ein Symposium zur biologischen Wirkung von Mobilfunkstrahlung statt. Organisiert wurde die Konferenz von der Kompetenzinitiative zum Schutz von Mensch, Umwelt und Demokratie. Etwa 250 Teilnehmer trafen sich, um den Vorträgen und Workshops renommierter Wissenschaftler beizuwohnen, die zum Teil seit Jahrzehnten Untersuchungen zu diesem Thema durchführen. Zum Strahlungs-Smog tragen Handys, Smartphones, W-Lan, DECT-Telefonen, Sprachassistenten, Smart-Anwendungen, der Behördenfunk TETRA und vier Generationen von Mobilfunkstandards bei. Jetzt, durch die Einführung des neuen Mobilfunkstandards 5G wird die Strahlenbelastung enorm ansteigen und die Forschung an Bedeutung gewinnen.

Es gibt durch neueste Untersuchungen zweifelsfreie Hinweise, dass Mobilfunkstrahlung nicht nur das Wohlbefinden stört, sondern auch das Leben und die Gesundheit massiv beeinträchtigt oder schädigt. Selbst Wissenschaftler, die sich auf der Tagung sehr vorsichtig ausdrückten, wie der Biochemie-Professor Dariusz Leszczynski von der Universität Helsinki in Finnland, ist der Meinung, "dass es genug wissenschaftliche Evidenz gibt, um das Vorsorgeprinzip anzuwenden." Das Vorsorgeprinzip dient dazu, denkbare Belastungen oder Schäden für die menschliche Gesundheit im Voraus (trotz unvollständiger Wissensbasis) zu vermeiden oder weitestgehend zu verringern. Ein großer Kritikpunkt, den viele der Wissenschaftler äußerten: die geltenden Grenzwerte für Funkstrahlung sind veraltet und viel zu hoch.

Beängstigend war dabei ein Bericht von Dr. med. Arazi, Präsident der Organisation "phonegate alert". Mehr als 250 Smartphones überschreiten dabei die gesetzlich zugelassenen Grenzwerte (2 W/kg), wenn sie direkt an den Kopf gehalten werden teilweise um das Doppelte! In Frankreich werden inzwischen die ersten Telefone vom Markt genommen oder umgerüstet.

Wenn wir die Funkbelastung vermindern und Funklöcher, bestehen lassen, dann könnten auch unsere elektrohypersensiblen Mitbürgerinnen wieder unbelastet in unserer Gesellschaft leben und unsere Kinder eine gesunde Zukunft genießen. Alexander Kaiser

Mainleus