Am 31. August endet die Frist für den Zuschussantrag für den geplanten Kindergarten in Igelsdorf. Vor September 2021 muss des Gebäude bezugsfertig sein. Die Zeit drängt; deshalb standen gleich drei Punkte auf der Tagesordnung des Bauausschusses der Stadt Baiersdorf.

Als erstes ging es um den Bebauungsplan für das bisherige landwirtschaftliche Gelände am nördlichen Ortsrand von Igelsdorf, das die Stadt für den Bau erworben hat beziehungsweise durch einen Grundstückstausch noch erwerben wird. Im Juni wird die öffentliche Auslegung stattfinden.

Der Plan sieht einen Ausbau des bislang nur geschotterten Birkenwegs zu einer Straße von 4,75 Metern Breite und einen Gehweg auf der Ostseite vor. Der schmale Grundstückstreifen im Süden soll zu einer Regenrückhalte- oder einer Versickerungsfläche werden. Die Obstbaumreihe im Osten soll erhalten bleiben und durch Bäume im eigentlichen Kindergartenbereich ergänzt werden.

Ein Teil der bebauten Grundstücke auf der Westseite, der vorhandene Weg und etwas Fläche östlich davon liegen innerhalb der Linie, bis zu der sich der Schlangenbach bei einem 100-jährigen Hochwasser ausbreiten soll. Zusammen mit dem Wasserwirtschaftsamt soll hier eine Lösung gefunden werden.

Da der Birkenweg bislang eine Sackgasse ist, ließ der Stadtrat prüfen, ob ein Ausbau bis zur früheren Kreisstraße nach Langensendelbach beispielsweise Verkehrsgefahren verringert. Julia Seidel (FDP) nannte vor allem die Gefahr, beim Rückwärtsausparken Kinder zu übersehen. Die Kosten eines Ausbaus in voller Länge blieben, sagte Kämmerer Hans Hofmann, zumindest vorerst an der Stadt hängen, da die nördlichen Grundstücke nicht bebaubar sind.

"Das ist nur auf den ersten Blick vernünftig", fasste Ursula Kirchner (SPD) die Meinung ihrer Ausschusskollegen zusammen. Sie sieht in einem durchgehenden Ausbau den ersten Schritt zu einer Bebauung. Ein Thema, das nach Dorothea Neubauer (CSU) im Isek-Prozess (städtebauliche Entwicklung) behandelt werden sollte. Von Bauchschmerzen und Dilemma sprach Johann Mörixbauer (SPD), nicht zuletzt weil die Zeit für den Kita-Bau drängt, aber der Flächennutzungsplan noch nicht überarbeitet ist.

"Doch nicht der richtige Standort?", fragten sich Mörixbauer und Karl-Heinz Roll (ÖWG). Seidel erinnerte an die mehrheitlichen Beschlüsse vor einem halben Jahr. Schon damals, so Neubauer, wusste man von den Zufahrtsproblemen. Inzwischen stehe ein Alternativgrundstück in der Hut nicht mehr zur Verfügung, ergänzte Bürgermeister Andreas Galster (CSU). Die Stadt hat durch die Grundstückskäufe bereits in den Standort investiert, der für die Igelsdorfer, die bisher ihre Kinder zu Tagesstätten fahren mussten, fußläufig zu erreichen ist. Einstimmig nahm der Rat von Gesamtausbauplänen Abstand.

"Vierseitenhof modern interpretiert", beschrieb Ralph Kroder, der Planer des Städtischen Kommunalunternehmens Baiersdorf (SKB), seinen Vorentwurf für die neue Kindertagesstätte: Vier Grundkörper sind mit einem Flur verbunden, der den nutzbaren Innenhof umgibt. Die zwei größten Baukörper sind flächenmäßig identisch und nehmen je zwei Kindergarten- beziehungsweise Krippengruppen auf. Die dritte Seite ist für Technik und Personal vorgesehen; die vierte soll ein öffentlicher Bereich sein, im weitesten Sinne für Elternfortbildung und -beratung.

Der 180 Quadratmeter Innenhof bringt Licht in die Flure und macht das Gebäude überschaubar, für die kleinen Nutzer wie für die Betreuer. Alle Gebäudeteile sollen Satteldächer mit Begrünung als Kühlung im Sommer eventuell mit Solarthermie und/oder Photovoltaik erhalten. Die Idee, zweigeschossig zu bauen, verwarf man aus mehreren Gründen. Hauptsächlich wegen des Brandschutzes, der sehr aufwendig wäre, wie am Kindergarten in der Seligmannstraße zu sehen ist. Und auch, weil die Kosten für eine Aufstockungsmöglichkeit recht hoch wären, denkt man an Treppen oder Aufzug sowie tragende Betondecken.

Alle Ausschussmitglieder waren von der Bauidee angetan. "Den Plan nicht verschlimmbessern", riet Seidel. Denn mit einer neuen Planung sei die Zuschussantragsfrist nicht zu halten. Für die Zukunft solle die Stadt aber bei ihren Bauvorhaben auch in die Höhe bauen.

Bauprojekt in Wellerstadt

Dies ist beim Projekt der Gewo-Bau "Wohnen an der Regnitz" am Ortsausgang von Wellerstadt Richtung Forchheim der Fall. Der Hauptbaukörper auf dem 1,2 Hektar großen Gelände beim Kraftwerk wird treppenförmig bis zu fünf Stockwerke hoch. Die Reihenhäusergruppe hat aus Schallschutzgründen die Wohnzimmer Richtung Fluss.

Der Ausschuss arbeitete die bisher eingegangenen Anregungen der Träger öffentlicher Belange ab. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) schrieb unter anderem: "Die Planung kommt dem Wohndruck in der Stadt Baiersdorf entgegen." Dieser Auffassung ist auch der Stadtrat.

Insbesondere der Bürgermeister kritisiert dabei das Vorgehen des Landratsamts Erlangen-Höchstadt, das eine Lärmschutzmessung nicht an den Laubengängen vor den Wohnungen, sondern an der Hauswand fordert. "Es sucht das Haar in der Suppe mit dem Mikroskop", kommentierte er die umgesetzten Drehwünsche für der Gebäude, die dem Bauamt aber noch nicht ausreichen. Viele Bürgermeister im Kreis beklagten, die Haltung des Amts, das angeblich nur das Baugesetzbuch durchsuche, um etwas zu verhindern. Ohne Anwalt könne man kaum mehr in Verhandlungen mit dem Landratsamt gehen.

"Bachwiesen" in Igelsdorf

Das Abwägungsverfahren wurde auch für das Baugebiet "Bachwiesen" in Igelsdorf durchgeführt. Das Areal mit 0,7 Hektar soll anstelle des im Flächennutzungsplan ausgewiesenen Baugeländes im Ortsnorden baureif werden. Denn dort sind große Immissionsschutzabstände zu einem Großviehhalter einzuhalten. Die "Bachwiesen" grenzen an das Baugebiet Bergstraße-Nord. Es muss noch geklärt werden, ob das Obeflächenwasser in das bereits gebaute Becken eingeleitet werden kann.

In die Erschließungsplanung und damit in den notariellen Vertrag zwischen Stadt und Grundstückeigentümern, so erläuterte Galster, muss aufgenommen werden, dass die Erschließungsstraße eine Privatstraße bleibt, aber mit öffentlicher Zweckbestimmung. Die Stadt wird die Abwassereinrichtungen bis zur Grenze des künftigen Baugebiets mit acht Bauplätzen errichten; dahinter sind sie Eigentum der Bauherrn. Das gilt insbesondere für das notwendige Hebewerk.