"Luther und Reformation erleben": Unter diesem Motto machten sich Ende Mai rund 50 Teilnehmer auf den Weg, um anlässlich des 500. Reformationsjubiläums in der Region einen besonderen "Blick hinter die Kulissen" zu werfen.
Ausstellung über Justus Jonas in Eisfeld, Stippvisite im Deutschen Burgenmuseum auf der Veste Heldburg, Lutherschnaps-Probe in Bad Rodach, Besuch der Bayerischen Landesausstellung "Ritter, Bauern, Lutheraner" auf der Veste Coburg, Information über Luthers Wirken in der Morizkirche und abschließend ein Mahl wie zu seinen Zeiten in Rödental: Die Initiative Rodachtal und die Coburg Stadt und Land aktiv GmbH hatten als Veranstalter ein abwechslungsreiches und ambitioniertes Programm zusammengestellt, das gut für zwei Tage gereicht hätte.
Mit der Aktion "Blick hinter die Kulissen" organisieren das Regionalmanagement Coburg Stadt und Land sowie die Leader-Region Coburger Land in lockerer Folge Exkursionen und Besichtigungen, die vor allem den touristischen Leistungsträgern Kultur- und Freizeitangebote in der Region näherbringen sollen. Diese sollen sie dann an ihre Gäste weitergeben. Zunächst steuerte der Bus das Eisfelder Schloss an.
Von dort ging es weiter zur Veste Heldburg. Diese sei "das größte Exponat des Deutschen Burgenmuseums", erläuterte Leiterin Elke Elbers, als sie die Gäste durch das 2016 eröffnete Museum führte.
Auf die kommende, erste Sonderausstellung konnte Elbers lediglich Appetit machen: Ab 27. Juni wird hier Luthers beliebtestes Lied "Ein feste Burg ist unser Gott" im Mittelpunkt stehen (bis 5. November). Dabei geht es um Luthers Burgenverständnis ebenso wie um die Entstehung des Stücks und seine Wirkungsgeschichte.


Verschiedene Luther-Spirituosen

Beim Halt in der Destillerie Möbus in Bad Rodach servierte Hausherr Rainer Möbus seine "Luther-Edition" mit Absinth, Haselnusslikör und Apfelbrand, die mit "Lutherbrot" (Bäckerei Schoder) serviert wurden. Derart gestärkt setzten die Teilnehmer die Fahrt Richtung Veste Coburg fort. Im Bus gab es weitere Informationen rund um die Reformationsorte in der Region.
Im Hof vor dem Fürstenbau begrüßte Cornelia Stegner von den Kunstsammlungen der Veste die Runde. Sie bezeichnete die Veste als "Hotspot der Reformation", der von der Wertigkeit her mit der Wartburg zu vergleichen sei. Am engsten seien natürlich die beiden Lutherzimmer in der steinernen Kemenate mit dem Reformator verbunden.
Von der Veste, wo die Zeit für die spannende Ausstellung viel zu schnell verrann, spazierten die Teilnehmer entlang der "Wegzeichen der Reformation" durch den Hofgarten zur Morizkirche. Dort erwarteten sie bereits die Reformationsbotschafter Irmgard Eick und Dieter Beck, um ihnen Luthers Wirken an dieser Stelle ebenso nahezubringen wie den dort untergebrachten Teil der Landesausstellung.
Zu Beginn seines Aufenthalts auf der Veste 1530 predigte der Reformator sieben Mal in der Stadtkirche, in der bereits seit 1524 der Gottesdienst in der neuen lutherischen Form zelebriert wurde. Beck wie Eidt wiesen darauf hin, dass das 500. Jubiläum bewusst auch ökumenisch begangen werde.
Tafeln wie zu Luthers Zeiten konnten alle zum Abschluss im Braugasthof Grosch in Rödental im nur mit Kerzen illuminierten Saal. Bettina Knauth