"Das ist phantastisch, was die Stadtschnecken hier machen. Ich bin begeistert", meinte Reinhard Dölfel, Vorstandsvorsitzender der örtlichen Raiffeisenbank, und applaudierte eifrig. Am vergangenen Samstag war die Oertelscheune wieder einmal voll besetzt, denn der Faschingsverein "die heiligen Stadtschnecken" hatte zur Prunksitzung geladen und für die vielen Gäste ein kurzweiliges Programm vorbereitet.

Professionell und herzlich führten auch in diesem Jahr Präsident und Vereinsvorsitzender Thomas Weiß und die stellvertretende Vorsitzende, Manu Müller, durch das abwechslungsreiche Programm. Außerdem feierte der Verein sein elfjähriges Bestehen.

Zu Beginn stellten die Moderatoren das neue Markgrafenpaar vor: Philipp Weiß der Erste vom roten Dorn und Annika Stengel die Erste vom Mühlengrund mit ihrer Hofdame Lydia Weiß. Der neue Markgraf bedankte sich nicht nur bei der Markgrafengarde für ihren Gardetanz, sondern tanzte dann auch gleich selbst mit. Anschließend gab es noch einen Tanz mit seiner Markgräfin. Großen Applaus erhielten die Schneckenzwerge, die als Trolls ihre Tanzkünste zeigten.

Goldschnecke für den Minister

Jedes Jahr verleiht der Faschingsverein eine Goldschnecke an besondere Menschen. Im vergangenen Jahr hatte der CSU-Landtagsabgeordnete Holger Dremel die Auszeichnung erhalten, in diesem Jahr erhielt Umweltminister Thorsten Glauber (FW) die Auszeichnung.

Hofnarr Albin Hertling begrüßte Glauber und erinnerte ihn daran, dass sie beide schon mal ein Leichenhaus zusammengebaut hatten: Glauber war der Architekt, Hertling der Metallbauer. "Außerdem waren wir beide im Landtag. Sie als Abgeordneter, ich als Hofnarr. Sie sind jetzt Minister. Mal sehen wie es mit meiner Karriere weitergeht", scherzte Hertling.

Holger Dremel trug eine Laudatio für Thorsten Glauber vor: "Du fällst mit deinem Modegeschmack und forschem Auftreten auf", meinte Dremel. Besonders sei Glauber für seine bunten Socken bekannt. Der Umweltminister ließ es sich nicht nehmen und zeigte seine grün gestreiften Socken. Er bedankte sich für die Auszeichnung und meinte, dass er sich in Heiligenstadt richtig wohl fühle, denn sein Vater habe auch hier Fußball gespielt, "und ich bin sehr früh auf eurem Fußballplatz rumgeflogen." Er lud die "heiligen Stadtschnecken" zum närrischen Donnerstag nach München ein. Dann durften Holger Dremel und Thorsten Glauber im Tütü Macarena mit den Sternschnecken tanzen.

Zuvor hatten die Sternschnecken und die Hofgarde bereits ihre Gardetänze präsentiert. Und auch das Tanzduo Sola, das sind Sofia Käsperlein und Lara Vogel, und das Tanzmariechen Chantal Wicher hatten ihr großes Können gezeigt.

Hofnarr Albin blickt zurück

Mia Handwerger und Melina Potzel diskutierten in ihrem Sketch wie lange es wohl gedauert haben mag, bis Rom erbaut worden war: "Eine Nacht, denn es heißt ja Rom wurde nicht an einem Tag erbaut." Hofnarr Albin Hertling blickte auf die vergangenen elf Jahre zurück und die Wohlmutshüller Dorfschnattern halfen Einbrechern beim Suchen in ihrer Wohnung nach Geld.

"Uschis" bauen Feuerwehrhaus

Die Senatoren des Vereins erhielten Orden. Ganz pink wurde die Bühne beim Auftritt der Uschis von Uschi-Bau, dem Bauunternehmen mit Herz. Die Damen verlegten schnell mal das Breitband und bauten ein - etwas schiefes - Feuerwehrhaus und hatten immer noch Zeit zum Singen. Heiß wurde es, als die Markgrafengarde einen Burlesque-Showtanz vorführte. Der vielseitige Markgraf Philipp sang als Andreas Gabalier ein Medley von dessen Liedern.

In diesem Jahr unternahmen die Narren eine Reise durch bekannte Lieder aus Musicals. Bis nach Mitternacht wurde am Ende der Prunksitzung auf der Bühne getanzt und die Mitglieder des Vereins waren zufrieden mit dem gelungenen Abend.