Für die Hobbykicker von Turbine Michelau war es mit Sicherheit die bislang ungewöhnlichste Spendenübergabe. Aufgrund der Corona-Ausgangsbeschränkungen übergaben sie in einer Skype-Videokonferenz die Summe von 11 074,27 Euro an die Leiterin der Jugendhilfestation Coburg, Verein für sozialpädagogische Jugendbetreuung, Ute Stenzel. Teilnehmer an der Videokonferenz waren Ute Stenzel, Bastian Angermann und Jonas Pohl, beide von der Turbine Michelau. Jedes Jahr richtet die Turbine Michelau in der Mainfeldhalle den Hallencup für Hobbymannschaften aus. Dabei kommt eine stattliche Spendensumme zusammen. Sie setzt sich aus Spenden der teilnehmenden Mannschaften und der Zuschauer, Spenden von Einzelpersonen, Vereinen, Firmen und Geschäften und dem Erlös aus dem Wirtschaftsbetrieb in der Mainfeldhalle zusammen.

Großer Unterstützerkreis

"In diesem Jahr konnten wir auf Spenden von mehr als 30 verschiedenen Firmen und Geschäften aus dem Landkreis Lichtenfels zählen", sagte Bastian Angermann erfreut. "Dies verstehen wir als Zeichen des Vertrauens aller Spender und Besucher in unser Turnier und in die Idee, die weit über das Sportliche an diesem Tage hinaus reichen soll."

Nach den Aktiven Bürgern Lichtenfels (Spende über 6895,51 Euro), dem Hospizverein Lichtenfels (9082,88 Euro), der Lichtenfelser Tafel Plus (8768,86 Euro), "Helfen macht Spaß" und dem Tierheim Lichtenfels (8784,26 Euro) und "Gemeinsam gegen Krebs" (11 545,41 Euro) in den Vorjahren wollten die Teilnehmer 2020 den Verein für sozialpädagogische Jugendbetreuung unterstützen.

Der Verein für sozialpädagogische Jugendbetreuung kümmert sich um Kinder und Jugendliche, die einen Jugendhilfebedarf haben. Es sind oft Kinder aus Problemfamilien. Deshalb gehört die Hilfe für Familienangehörige auch zu den Aufgaben des Vereins. Ziel ist es, im Gegensatz zur Heimerziehung in Großeinrichtungen in überschaubaren dezentralen Einheiten die Jugendlichen zu betreuen. Das geschieht zum Beispiel in Coburg durch die stationäre Jugendhilfe in Form einer Mädchenwohngruppe mit sieben Plätzen. Ferner macht der Verein auch teilstationäre Angebote für Kinder nach der Schule, bietet eine ambulante Hilfe in den Familien an ebenso wie ein betreutes Wohnen für Jugendlich in der Selbstfindungsphase ab 16 Jahren - freilich alles jenseits von Ausgangsbeschränkungen, die auch diese Angebote erst einmal stoppten. Die Spendensummen lagen schon immer im vier- bis fünfstelligen Bereich, aber 2020 ist es mit 11 074,27 Euro die zweithöchste Spendensumme.

"Ich bin überglücklich. Ich hab meine Kollegin gerade angerufen, die hat geweint vor Freude. Wir sind total überwältig, denn mit so einer Summe hatten wir ja überhaupt nicht gerechnet. Wir haben noch nie so eine große Spende gekriegt", freute sich Ute Stenzel. Vor dem Turnier in der Mainfeldhalle sei sie davon ausgegangen, dass man wohl für die gewünschte Netzschaukel im Garten noch einiges werde zuschießen müssen. Doch das habe sich nun erledigt, sagte Stenzel.

Der Verein Turbine Michelau nutzte die Spendenübergabe dafür, sich bei allen Spendern und Unterstützern, den teilnehmenden Mannschaften sowie den freiwilligen und ehrenamtlichen Helfern aller Art zu bedanken. Natürlich solle es nicht bei dieser Übergabe per Videokonferenz bleiben, waren sich die Beteiligten einig. Der Vor-Ort Termin in der Einrichtung in Coburg soll im Sommer nach Aufhebung der Beschränkungen nachgeholt werden. kag