Mit dem Büchlein "Merrer Geschichten aus dem Northwald" (un vu aweng weiter wag!) konnte ein weiterer bedeutsamer Beitrag zur Heimatgeschichte realisiert werden. Die vor zwei Jahren aufgelegte Dokumentation "Geschichten aus dem Northwald" ... zum Vergessen zu schade! hatte bei Jung und Alt hohe Wellen geschlagen. Das Redaktionsteam mit Wolfgang Hammerschmidt, Carl-August Heinz, Ute Schaller und Manfred Suffa hat erneut viel Energie und Leidenschaft in eine weitere Auflage investiert. Diese ist ein ideales Weihnachtsgeschenk und regt zum Nachdenken in einer problembeladenen Zeit - insbesondere hervorgerufen durch die Corona-Pandemie - an.

Das Vorwort dazu schrieb Stockheims Ortsheimatpfleger Gerd Fleischmann, der den Initiatoren für ihre erneuten Aktivitäten dankte. "Denn Humor ist heute mehr denn je Balsam für die Seele", sagt Fleischmann.

In 21 Hauptthemen gegliedert

Der überwiegend humoristische Blick in die Vergangenheit gliedert sich auf in 21 Hauptthemen, so unter anderem "Hunger und Durst", "Wirtschaftliche Erkenntnisse", "Aus dem Geschäftsleben", "Bürgermeister", "Northwäldler in der weiten Welt", "Diesseits und jenseits der DDR" sowie "Am Stammtisch". Aussagestarke Illustrationen von Jürgen Schlenz aus Wilhelmsthal bereichern die (meist) wahren Begebenheiten. Schließlich kommt man beim Lesen der über 200 Einzelbeiträge aus dem Schmunzeln nicht mehr heraus und katapultiert sich regelrecht in eine andere Zeit.

Und das war die Idee zu diesen beiden Büchern: Früher wurden Erlebnisse und Anekdoten selten niedergeschrieben, sondern fast nur weitererzählt und drohten daher in Vergessenheit zu geraten, obwohl sie "zum Vergessen zu schade" sind.

Recht deftige Geschichten

Festgehalten sind nun die Dokumente der Besonderheit einer Region, ihrer Menschen und deren kulturellen Eigenarten sowie ihres politischen und wirtschaftlichen Lebens und dessen Wandels. Sie können damit einer großen Zahl von daran interessierten Lesern zugänglich gemacht werden, was auch Ziel und Zweck dieser bemerkenswerten Gemeinschaftsarbeit ist. Solche oft recht deftigen Geschichten gibt es auch im Landkreisnorden, der in früheren Zeiten "der Northwald" genannt wurde und im Wesentlichen die Orte entlang der Grenze zum Thüringer Wald und in diesen hinein umfasste.

Anekdoten zum Besten gegeben

Vor einigen Jahren traf sich das Kuratorium der Carl-August-Heinz-Stiftung, die unter anderem die Heimatpflege als Stiftungszweck hat, zu einer seiner regelmäßigen Sitzungen. Dabei wurden am Rande einige Anekdoten zum Besten gegeben, die nach Meinung aller Beteiligten "zum Vergessen zu schade" waren, und so entstand die Idee (vor allem von Theo Harnischmacher) zu dieser Rückschau.

Beim Lesen der lustigen Geschichten wird schnell klar, dass sich die Welt verändert hat - und nicht unbedingt zum Besten: Moderne Kommunikationsmöglichkeiten brauchen (vermeintlich) kein Gegenüber mehr. Persönliche Gespräche und Treffen werden heute durch die moderne Nachrichtentechnik ersetzt. Das war früher anders! Noch vor einigen Jahren erfuhr man am Dorfstammtisch von meist humoristischen Geschehnissen und allerlei sonstigen Ereignissen. Oft prägten diese kleinen Geschichten einen unterhaltsamen Abend. Coronabedingt ist das aktuell überhaupt nicht mehr möglich.

Der Nachwelt erhalten

Deshalb ist es umso wichtiger, so die Auffassung des Autorenteams, diese Begebenheiten aus alter Zeit vor allem zwischen der "Ewerhitt" und "Interhitt" (obere und untere Glashütte Kleintettau, Alexanderhütte) und dem angrenzenden Thüringen der Nachwelt zu erhalten. Verantwortlich für Layout, Titel und Produktion ist vor allem Ute Schaller.

Hier gibt's die Bücher

Die Bücher können für eine Schutzgebühr von zehn Euro im Glascafé in Kleintettau, im Europäischen Flakonglasmuseum, im Schiefermuseum Ludwigsstadt, im Freizeitzentrum Steinbach am Wald oder auch im Tettauer Rathaus sowie bei Redaktionsmitglied Manfred Suffa (Telefon 09269/9560) bezogen werden.

Der Erlös kommt dem Europäischen Flakonglasmuseum zugute. Gerne werden weitere Geschichten für einen dritten Band entgegengenommen (per E-Mail an ute.schaller.ext@heinz-glas.com oder von Heinz-Glas, Ute Schaller, Glashüttenplatz 5 in 96355 Kleintettau).